Dass die Entscheidung einstimmig fiel, wurde an den Märkten auch als ein klares Signal für den Kampf der Notenbank gegen die hartnäckige Inflation interpretiert. Zudem setzten die Notenbanker damit auch ein Zeichen, dass sie dem Druck von US-Präsident Donald Trump standhalten können. Dieser fordert bekanntlich schon seit längerem deutliche Leitzinssenkungen und sprach mehrmals Drohungen aus.

Für etwas Entspannung sorgten auch die wieder tieferen Ölpreise. So notiert das Fass der Sorte Brent nur noch knapp über der Marke von 100 US-Dollar. Dabei soll China den Iran aufgefordert haben, auf eine Eindämmung der Huthi-Rebellen hinzuwirken. Zudem habe Saudi-Arabien die beschädigte Pipeline zum Roten Meer teilweise wieder in Betrieb genommen. Von einer Entschärfung der Lage kann laut Händlern aber noch nicht gesprochen werden. So ist der Ölpreis auch immer noch auf einem hohen Niveau und auch die Kapazitäten von Raffinerien sind durch die Angriffe der Ukraine auf Russland aktuell sehr knapp.

SMI kratzt an Marke von 14'000 Punkten

Der Swiss Market Index SMI verbuchte ein Plus von 0,57 Prozent auf 13'947,31 Punkten. Dabei näherte er sich im Tageshoch von 13'983 Punkten wieder der Marke von 14'000 Punkten an. Der Index der mittelgrossen Werte SMIM stieg noch deutlicher um 1,45 Prozent auf 3064,17 Zähler. Der breite SPI kletterte um 0,70 Prozent auf 19'694,77 Punkte. Insgesamt dominierten im Markt die positiven Vorzeichen, lediglich sechs der 20 SMI-Werte schlossen tiefer.

Nachdem die KI-Sorgen Anfang der Woche noch zu einem Ausverkauf bei Technologiewerten geführt hatten, erholten diese sich am Donnerstag wieder etwas. So stiegen ABB um 1,6 Prozent und landeten damit auf dem zweiten Platz im SMI, nur geschlagen von Logitech (+2,4 Prozent). Auch dahinter waren Firmen mit KI-Bezug gesucht, wie etwa VAT (+1,5 Prozent), Inficon (+2,8 Prozent) oder Comet (+3,7 Prozent).

Gestützt wurde der Markt auch von den Schwergewichten Novartis (+1,5 Prozent) und Nestlé (+0,9 Prozent). Roche fielen hingegen leicht um 0,4 Prozent zurück, auch wenn das Unternehmen einen Studienerfolg vermelden konnte. Jedoch handelte es sich dabei eher um ein unbedeutendes Medikament, sagten Händler. Zudem waren Roche auch schon zu Wochenanfang nach Studienerfolgen deutlich gestiegen.

Gekauft wurden auch Gesundheitswerte wie Galderma (+2,5 Prozent), Sandoz (+3,3 Prozent) und Sonova (+1,1 Prozent), die damit auch von einer gewissen Branchenstärke profitierten. Bei Sandoz und Galderma half zudem, dass diese in der kommenden Woche in den SMI aufsteigen werden, was sie bei passiven Investoren attraktiver machte, sagten Händler. Gegen den Trend fanden sich dagegen Alcon (-3,0 Prozent) am Ende der Tabelle wieder, die vor allem im späten Geschäft immer weiter abrutschten.

UBS schlossen mit einem Plus von 0,3 Prozent nur leicht höher. Zwischenzeitlich hatten sie recht deutlich zugelegt, die Gewinne wurden aber nach der Vertagung des Entscheids im Ständerat um die verschärften Eigenkapitalvorschriften fast vollständig wieder abgegeben.

Im SMIM setzten sich Helvetia Baloise (+5,3 Prozent) nach Halbjahreszahlen an die Spitze. Der Versicherer konnte mit seinen Zahlen überzeugen und auch die Synergien nach der Fusion zeigten erste positive Effekte.

Im breiten Markt zogen auch Aevis (+8,0 Prozent) und MCH (+4,2 Prozent) nach Zahlen an. Am Investorentag konnten SFS (-0,8 Prozent) dagegen keine Impulse setzen.

Rieter stürzten gar um 16 Prozent ab. Hier hat die Analystin der UBS das Rating auf «Sell» von «Neutral» gesenkt und auch das Kursziel ordentlich zusammengestrichen. Die Nachfrage dürfte sich langsamer und weniger stark erholen als bislang erwartet, so das Votum.

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(AWP)