Der schwelende Nahost-Konflikt, eine unklare geldpolitische Marschroute und kritisch hinterfragte KI-Bewertungen hielten den Markt in einer Nebelkiste gefangen und liessen eine klare Orientierung vermissen, meinte ein Händler, mit Blick auf die globalen Märkte. Derzeit dominiere ein nervöser Nachrichtenstrom, der die Märkte immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückhole. In diesem Umfeld zeigte sich indes der Schweizer Markt mit seiner defensiven Ausrichtung in den vergangenen Wochen mehr als robust, unter anderem gestützt auch durch eine bislang solide Berichtsaison.

Öl klettert langsam aber stetig - wieder auf Niveau vom Mai

Die Ölpreise kennen bei aller Volatilität per Saldo nur eine Richtung: nach oben. Anfang Oktober wurde für ein Fass der Sorte Brent noch unter 100 US-Dollar verlangt. Mittlerweile tendiert der Preis Richtung 117 US-Dollar, wofür unter anderem die zunehmende Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien verantwortlich gemacht werden.

Der SMI ging mit einem Minus von 0,59 Prozent auf 14'462,36 Punkte aus dem Handel. Dabei standen sich im 20 Titel fassenden Leitindex 9 Verlierer und 11 Gewinner gegenüber. Auf Wochensicht resultierte indes ein Plus von 0,5 Prozent, insgesamt das dritte in Folge. Seit dem 1. Oktober verzeichnete der SMI gar einen Anstieg von gut 6 Prozent, Nestlé, Novartis und Roche sei Dank. Die Verluste vom September wurden mittlerweile mehr als wettgemacht.

Der Mid-Cap-Index SMIM büsste 0,06 Prozent auf 3156,54 Punkte ein und der SPI 0,50 Prozent auf 20'387,91 Punkte. Weitere europäische Indizes wie der Dax in Frankfurt oder der FTSE100 gaben deutlicher nach.

Grösste Verlierer unter den Blue Chips waren zum Wochenschluss Richemont (-6,4 Prozent). Diese wie auch die Inhaberpapiere von Swatch (-5,0 Prozent) litten unter einer allgemeinen Branchenschwäche, nachdem internationale Konkurrenten mit ihren jeweiligen Zahlen enttäuscht hatten.

Dahinter gaben Sika (-2,3 Prozent) deutlich nach. Zwar lagen die am Morgen publizierten Zahlen zu den ersten neun Monaten über den Erwartungen der Analysten. Aber ein Ende der Misere in China ist noch nicht absehbar.

Auch ABB (-1,7 Prozent) mussten erneut Federn lassen. Diese setzten damit trotz der starken Quartalszahlen vom vergangenen Dienstag ihren Abwärtstrend fort. Noch vor kurzem führten ABB mit einem Plus von über 40 Prozent seit Ende 2025 das Jahresrennen im SMI an. Mittlerweile sind davon nur noch gut 15 Prozent übriggeblieben.

Belastet wurde der Gesamtmarkt insbesondere auch von Nestlé (-0,8 Prozent), welche damit ihre Gewinne vom Vortag im Anschluss an die Neunmonatszahlen wieder einbüssten. Die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,7 Prozent) und Roche (-0,3 Prozent) fielen eine Spur moderater zurück.

Star des Tages waren Holcim mit einem Plus von 5,0 Prozent. Der Baumaterialhersteller schaut auf ein erfreuliches drittes Quartal zurück. Gut aufgenommen wurde insbesondere auch das höhere Gewinnziel für das laufende Jahr.

Innerhalb der Top-50 erhielten zudem SGS (+1,8 Prozent) von ebenfalls soliden Zahlen sowie Belimo (+3,2 Prozent) von einer Aufstufung durch die UBS auf «Buy» guten Rückenwind.

Im breiten Markt ging es für Gurit (-9,6 Prozent) klar nach unten. Die Drittquartalszahlen lagen zwar über den Erwartungen. Die Aktien kosten damit aber noch immer rund viermal mehr als noch Ende 2025.

cf/tp

(AWP)