Der Preis für ein Fass der Rohölsorte Brent fiel auf 104,48 Dollar (-0,8 Prozent), dämmte den zuvor stärkeren Rückgang im Laufe des Tages damit aber wieder etwas ein. Am Vormittag hatte es seitens des iranischen Aussenministeriums geheissen, dass die Verhandlungen mit den USA über die Strasse von Hormus weitergingen. In dem festgefahrenen Konflikt versuche aktuell der Golfstaat Katar, eine Lösung zu finden.
Aus steigenden Energiepreisen, hohen Anleiherenditen und ambitionierten Aktienbewertungen habe sich in den vergangenen Wochen eine explosive Mischung zusammengebraut, so Marktbeobachter. Zusammengehalten werde dieses fragile Marktgefüge weiterhin von der Hoffnung auf ein anhaltendes Wachstum im KI-Sektor. Ein echter Glaubensbruch bei der KI-Story könnte aber zum Auslöser einer grösseren Korrektur werden.
Julius Bär Top, Lindt&Sprüngli Flop
Belastet von den Schwergewichten verlor der SMI 0,22 Prozent auf 13'912,19 Punkte und schloss damit praktisch auf Tagestief, während sich etwa der deutsche Dax noch ganz knapp im grünen Bereich hielt. Von den 20 SMI-Einzeltiteln gingen je zehn im Plus und im Minus aus dem Handel. Der Mid-Cap-Index SMIM verlor 0,33 Prozent auf 3096,51 Punkte und der breite SPI 0,19 Prozent auf 19'721,64 Punkte.
Die grössten SMI-Gewinner waren Richemont (+2,5 Prozent), Galderma (+2,4 Prozent) und Alcon (+1,5 Prozent), während am anderen Tabellenende Roche (-1,7 Prozent) ihre Talfahrt nach dem gestrigen «Pharma Day» fortsetzten. Auch Swiss Re (-1,6 Prozent) gaben deutlich ab. Die Titel des zweiten Schwergewichts Novartis (-0,4 Prozent) gaben leicht nach.
Am breiteren Markt sorgten derweil Lindt&Sprüngli (-8,7 Prozent) und Julius Bär (+7,1 Prozent) mit kräftigen Ausschlägen in entgegengesetzte Richtungen für Gesprächsstoff. Bär markierten ein neues Rekordhoch, nachdem die Bank von regulatorischer Seite einen Schlussstrich unter die Signa-Affäre ziehen konnte. Dagegen hat der Schokoladenhersteller Lindt seine Prognose für das Umsatzwachstum im laufenden Jahr deutlich gesenkt. Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (-1,0 Prozent) sowie Barry Callebaut (-1,5 Prozent) gerieten in Sippenhaft.
Technologiewerte gesucht
Gefragt waren indes Technologiewerte. AMS-Osram (+8,8 Prozent), Comet (+4,8 Prozent), VAT (+3,9 Prozent) und Inficon (+3,3 Prozent) profitierten von einer breiten Gegenbewegung im europäischen Halbleitersektor.
Auf der anderen Seite gerieten Accelleron (-4,1 Prozent) unter die Räder, nachdem Barclays die Abdeckung der Titel mit «Underweight» aufgenommen hatte. Ebenfalls deutlich unter Druck standen Straumann (-4,4 Prozent). Hier belasteten vorsichtige Analystenkommentare mit Blick auf das zu Ende gehende dritte Quartal.
ys/to
(AWP)
