Im Tagesverlauf erholte sich der SMI nach und nach, ehe am Nachmittag auch noch etwas Unterstützung von den US-Inflationsdaten hinzukam. Die dortige Inflation ist im Juni stärker gesunken als erwartet. Die Zahlen waren insbesondere deshalb eine positive Überraschung, weil die Kernrate entgegen der verbreiteten Erwartung stagniert hat.

Das Hauptthema aber blieb der Krieg in der Golfregion. Das US-Militär hat eine weitere Nacht Ziele im Iran angegriffen und die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder aufgenommen. Die Eskalation mache das Marktumfeld unsicherer und risikoreicher, kommentierte ein Marktbeobachter.

Ölpreis steigt weiter

Der Ölpreis ist entsprechend der neuen Unsicherheiten um die Öffnung der Strasse von Hormus kräftig angestiegen, nachdem er bereits am Vortag deutlich zugelegt hatte. Mit einem Brent-Preis von zeitweise über 87 US-Dollar notierte er zwischenzeitlich so hoch wie seit mehr als einem Monat nicht mehr. Bis zum Börsenschluss in Europa sank er allerdings wieder auf unter 85 Dollar.

Der Leitindex SMI schloss 0,17 Prozent schwächer bei 14'241,77 Punkten, wobei das Tagestief bei 14'114 um über 100 Punkte tiefer lag. Von den 20 Titeln schlossen zwölf im Minus und acht im Plus. Der Mid-Cap-Index SMIM büsste 0,33 Prozent auf 3115,18 Punkte ein und der breite SPI 0,14 Prozent auf 20'036,70 Punkte.

Pharmawerte unter Druck

Am stärksten unter Druck waren Pharmawerte wie Alcon (-3,0 Prozent), die am SMI-Tabellenende schlossen, sowie aus dem SLI Sandoz (-2,2 Prozent) und Straumann (-2,3 Prozent). Der SMI wurde insbesondere aber von den klaren Verlusten von Novartis (-1,7 Prozent) und Roche (-1,1 Prozent) zurückgebunden. Beide hatten schon in der Vorwoche einen schweren Stand.

Nebst dem Pharmazulieferer Lonza (-1,1 Prozent) fielen auch Logitech (-2,0 Prozent) deutlicher. Die Abgaben in Richemont (-0,4 Prozent) im Vorfeld der für den morgigen Mittwoch erwarteten Erstquartalszahlen waren moderater.

Auch Partners Group (Aktie +0,2 Prozent) wird am Mittwoch erste Angaben zum Halbjahr vorlegen, allerdings erst nach Börsenschluss. ABB (+2,0 Prozent) schlossen gar deutlich fester, der Technologie-Konzern wird am Donnerstag das Semesterergebnis präsentieren.

Swiss Re (+1,0 Prozent) erhielten am Nachmittag Unterstützung von einer wohlwollenden Kommentar durch JPMorgan. Die Bank hat das Kursziel für den Titel erhöht und das Rating «Neutral» bestätigt. Mit Blick auf das abgelaufene zweite Quartal hat der zuständige Analyst seine Gewinnschätzungen für den Rückversicherer leicht angehoben.

UBS steigt auf neues Mehrjahreshoch

Als Tagessieger gingen UBS (+3,7 Prozent auf 43,82 Fr.) aus dem Rennen, welche von starken Zahlen verschiedener US-Grossbanken Support erhielten. Überraschend hohe Einnahmen aus Zinsen und Wertpapierhandel haben den grossen Geldhäusern der USA im zweiten Quartal unerwartet viel Gewinn eingebracht, dazu gehörten JPMorgan, Bank of America, Goldman Sachs oder Citigroup.

Im breiten Markt präsentierten sich Aktien aus der Reisebranche besonders schwach, so etwa Avolta (-5,3 Prozent) oder Flughafen Zürich (-4,2 Prozent). Der Flughafen hatte am Vorabend über die Passagierzahlen im Juni berichtet, die Reaktion der Aktie dürfte aber eher auf die wieder gestiegenen Unsicherheiten im Nahen Osten zurückzuführen sein.

Zu den Gewinnern zählten dagegen Clariant (+2,3 Prozent) und EMS-Chemie (+2,0 Prozent). Händler verwiesen auf eine Einschätzung, wonach eine Blockade der Strasse von Hormus einem «Angebotsschock» gleichkäme, was die Margenaussichten für Chemieunternehmen verbessern könnte.

cf/ys

(AWP)