Für Erleichterung sorgten vor allem die weiter sinkenden Ölpreise. Die Nordseesorte Brent fiel am Nachmittag zeitweise wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar. «Fallende Ölpreise sind Balsam für den Aktienmarkt, weil sie Inflationsängste dämpfen und den Druck auf die Notenbanken reduzieren», hiess es in einem Kommentar.
Hinzu kamen Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahen Osten sowie freundliche Töne im Vorfeld des bevorstehenden Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping. Rückenwind kam zudem von der Wall Street. Dort legten vor allem die Technologiewerte kräftig zu. Und auch die europäischen Börsen standen klar im Plus.
Givaudan führt breites Gewinnerfeld an
Der SMI schloss 1,23 Prozent höher bei 13'956,58 Punkten. Im Tageshoch kam er bis auf gut 16 Punkte an die psychologisch wichtige Marke von 14'000 Punkten heran. Der Mid-Cap-Index SMIM gewann 1,32 Prozent auf 3097,72 Punkte und der breite SPI 1,26 Prozent auf 19'760,15 Zähler.
Angeführt wurde das Gewinnerfeld im SMI von Givaudan (+3,7 Prozent). Der Aromen- und Riechstoffhersteller sieht laut einem Analystenbriefing weiterhin eine gute Dynamik im Bereich Fragrance & Beauty. Auch für Taste & Wellbeing wird mit einer Verbesserung gerechnet.
Gefragt waren zudem ABB (+2,7 Prozent) und Logitech (+1,9 Prozent). Technologiewerte profitierten insgesamt von einer globalen Branchenstärke. In den USA übersprang der Chipkonzern AMD am Montag erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar Börsenwert. Bei Logitech fiel das Plus umso stärker ins Gewicht, als die Titel ex Dividende von 1,36 Franken gehandelt wurden.
Auch andere Schweizer Technologiewerte waren gefragt. Huber+Suhner gewannen 7,0 Prozent, Sensirion 6,7 Prozent und Comet 4,1 Prozent.
Ihre Premiere im SMI feierten derweil Galderma (+2,0 Prozent) und Sandoz (+1,6 Prozent). Bei Galderma sorgten zusätzlich zuversichtliche Aussagen von Konzernchef Flemming Ørnskov für Rückenwind. Er hatte sich in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» positiv zu den weiteren Wachstumschancen geäussert und dabei insbesondere auf Innovationen als Wachstumstreiber verwiesen.
Auch die Schwergewichte Roche (+2,2 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent) stützten den Markt. Nestlé gewannen 1,1 Prozent.
Kühne+Nagel Gewinner auch nach SMI-Abstieg
Der Abstieg aus dem SMI konnte Kühne+Nagel (+4,2 Prozent) wenig anhaben. Der seit Montag neu im SMIM und SLI vertretene Logistikkonzern vertieft seine Zusammenarbeit mit Amazon. Zudem erhält der US-Onlinegigant eine Option zum Kauf bestehender Kühne+Nagel-Aktien. Im Tagesverlauf erreichten die Titel den höchsten Stand seit rund zwei Jahren.
Kühne+Nagel und Swisscom (+1,3 Prozent) wurden im SMI durch Galderma und Sandoz ersetzt. Im SMIM ist neben den beiden SMI-Absteigern neu auch DSM-Firmenich (unver.) vertreten.
Auf der Verliererseite fielen Geberit (-1,4 Prozent) auf. Eine Gewinnwarnung des deutschen Konkurrenten Villeroy & Boch wurde von Analysten als negatives Signal gewertet.
Für Furore sorgten in den hinteren Reihen AMS Osram (+22,9 Prozent). Der Sensoren- und Halbleiterhersteller hatte Fortschritte bei einer neuen Dünnschicht-Lasertechnologie für KI-Rechenzentren vermeldet. Analysten sehen darin Fortschritte bei der Erschliessung des stark wachsenden Marktes für optische Verbindungen in Rechenzentren.
Sunrise legten im Zuge der Ankündigung eines möglichen Abbaus von bis zu 450 Stellen um 2,3 Prozent zu.
to/cg
(AWP)
