Belastet wurde die Stimmung nicht zuletzt von neuen Inflationsdaten aus mehreren europäischen Staaten. So stieg die Teuerung in Deutschland im September um mehr als 3 Prozent. Die hohen Energiepreise schürten derweil auch die Sorgen um die weitere Konjunkturentwicklung in den USA und Europa, so ein Marktbeobachter. Der Preis für ein Fass der Rohölsorte Brent stieg am Mittwoch etwas auf über 103 Dollar.
Derweil zeigte der von der US-Notenbank stark beachtete PCE-Preisindex einen schwächeren Anstieg als am Markt erwartet. Gleichzeitig stieg die Beschäftigung in der US-Privatwirtschaft stärker an als prognostiziert. In den Fokus rückt nun der am Freitag anstehende offizielle US-Arbeitsmarktbericht für den September.
Leichtes Minus im dritten Quartal
Der SMI schloss um 0,59 Prozent im Minus auf 13'830,34 Punkten und damit auf dem Tagestief. Von den 20 SMI-Einzeltiteln gingen 15 im Plus, 4 im Minus und einer unverändert aus dem Handel. Für das gesamte dritte Quartal resultiert damit ein leichtes Minus von 2,6 Prozent. Der Mid-Cap-Index SMIM verlor am Mittwoch 0,66 Prozent auf 3076,22 Punkte und der breite SPI gab 0,76 Prozent auf 19'612,09 Punkte nach.
Deutlich abwärts ging es nach dem Höhenflug vom Vortag mit den Titeln der Bank Julius Bär (-3,2 Prozent). Am Dienstag waren die Titel dank dem Abschluss einer Finma-Untersuchung und der Hoffnung auf ein Aktienrückkaufprogramm noch um mehr als 7 Prozent angestiegen.
Klare Abgaben gab es auch für Kühne+Nagel (-2,4 Prozent). Die Barclays-Analysten hoben zwar das Kursziel für den Logistiker im Vorfeld der Veröffentlichung der Drittquartalszahlen an, bekräftigten aber ihr «Underweight»-Rating. Klar schwächer schlossen auch die Aktien des Zementkonzerns Holcim (-2,4 Prozent).
Unter Druck standen auch Versicherungswerte wie Swiss Life (-1,7 Prozent), Swiss Re (-1,4 Prozent) oder Helvetia Baloise (-1,3 Prozent). Bei den weiteren Finanzwerten konnten sich die Aktien der Grossbank UBS (-0,6 Prozent auf 40,29 Franken) weiterhin über der Marke von 40 Franken halten.
Bei den SMI-Schwergewichten gaben vor allem Novartis (-0,8 Prozent) deutlicher nach. Der Konkurrent Roche (PS -0,1 Prozent) gab die Einreichung eines beschleunigten Zulassungsantrags für ein MS-Medikament in den USA bekannt. Für Nestlé (-0,3 Prozent) bekräftigten die Barclays-Analysten ihr Rating «Equalweight».
Lindt mit Gegenbewegung
Leicht fester schlossen Lindt&Sprüngli (+0,4 Prozent), die damit eine kleine Gegenbewegung zeigten. Am Vortag waren die Titel um über 8 Prozent abgesackt, nachdem der Schokoladehersteller sein Umsatzziel wegen des Hitzesommers bereits zum zweiten Mal nach unten revidiert hatte. Zulegen konnten auch die Titel des Privatmarktspezialisten Partners Group (+0,4 Prozent), die allerdings im Gesamtjahr weiterhin rund 30 Prozent im Minus stehen.
Am breiten Markt schlossen die Rieter-Aktien (-1,0 Prozent) etwas schwächer, nachdem sie im Tagesverlauf meist moderat im Plus gelegen hatten. Das Winterthurer Unternehmen gab überraschend den Abgang von CEO und VRP Thomas Oetterli bekannt. Analysten bewerteten den Führungswechsel als «neutral bis leicht positiv».
Kräftig im Plus gingen DocMorris (+8,3 Prozent) aus dem Handel. Am Markt wurde auf eine kräftige Erhöhung der Umsatzprognose des Konkurrenten Redcare verwiesen. Dazu kam eine «Overweight»-Empfehlung durch die Analysten von Cantor Fitzgerald.
tp/to
(AWP)
