Der jüngste Ausverkauf bei KI und Technologie habe sich auf den hiesigen Markt sehr positiv ausgewirkt, meinte ein Händler. Dank der defensiven Ausrichtung mit vielen Titeln aus den Branchen Pharma, Nahrungsmittel, Telekom oder Versicherungen sei der Schweizer Aktienmarkt ein idealer Fluchtort gewesen. Unterstützung lieferten laut Händlern zuletzt auch die rückläufigen Renditen bei Anleihen. «Von einer grundlegenden Entspannung kann allerdings noch keine Rede sein», warnte ein anderer Marktbeobachter. «Die hohen Energiepreise bleiben angesichts der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und der gestörten Lieferketten ein erheblicher Belastungsfaktor.» Erdöl blieb denn auch mit rund 106 US-Dollar das Fass (Brent) auf sehr hohem Niveau.
SMI bei fast 14'400 Punkten
Der SMI hat 14'391,31 Punkten geschlossen (Tageshoch 14'399), was einem leichten Tagesplus von 0,29 Prozent entspricht. Auf Wochensicht ergibt sich damit eine Avance von sage und schreibe 4,4 Prozent. Im Vergleich zu Ende 2025 beträgt das Plus damit rund 8,5 Prozent. Das Jahreshoch von Mitte August liegt derweil mit 14'669 Zählern noch etwas höher als der heutige Schlusskurs.
Der Mid-Cap-Index SMIM stieg derweil am Freitag um 0,01 Prozent auf 3132,79 und der breite SPI um 0,22 Prozent auf 20'288,85 Punkte.
Den ganzen Tag weit vorne im SMI zeigten sich Nestlé (+1,8 Prozent). Die Aktie profitierte von einer eher überraschenden Hochstufung auf 'Overweight' durch JP Morgan. Die zuständige Expertin geht davon aus, dass 2027 ein besonders erfolgreiches Jahr wird. Nestlé wird nächste Woche über die Umsatz- und Volumenentwicklung berichten. Anleger warten hier auf eine Bestätigung, dass der Trend in die richtige Richtung geht.
Mit Sandoz (+2,6 Prozent) und Galderma (+2,3 Prozent) waren die zwei SMI-Neulinge aus dem Gesundheitssektor noch etwas fester. Galderma hat dabei gemäss Händlern von einer Wiederaufnahme durch die Citigroup mit 'Buy' profitiert. Beide werden noch vor Ende Monat Neunmonatszahlen veröffentlichen.
Weit vorne waren für einmal wieder Amrize (+1,5 Prozent). Der Titel ist bekanntlich seit längerem unter Druck, hat heute aber von guten Produktionszahlen aus der US-Industrie profitiert. Als die Daten am Nachmittag veröffentlicht wurde, schossen Amrize in die Höhe.
Weit unten im SMI-Tableau standen die beiden Pharmawerte Novartis (-1,0 Prozent) und Roche (PS -0,1 Prozent), wobei letztere zum Schluss sich noch deutlich steigerten. Roche wird nächste Woche Zahlen präsentieren, Novartis dann übernächste. Die beiden grossen Pharma-Aktien hatten den Investoren in den vergangenen Tagen als sicherer Zufluchtsort gedient, so dass am Berichtstag wohl einige Gewinne eingestrichen wurden.
Leichte Gewinnmitnahmen gab es auch bei Givaudan (-0,5 Prozent), nachdem der Titel im Wochenverlauf nach starken Zahlen um etwa 15 Prozent zugelegt hatte. Mit Alcon (-0,7 Prozent) war ein weiterer Gesundheitstiteln unter den Verlierern. Dies, obwohl der Augenheilkonzern von der US-Gesundheitsbehörde die Zulassung für das Präparat Brytly zur Linderung von Augenrötungen infolge leichter Reizungen erhalten hat. Auch der Technologiewert ABB (-0,7 Prozent) büsste erneut Terrain ein..
Bei den SMIM-Werten waren Sunrise (+2,0 Prozent) top, während VAT (-2,4 Prozent) grösster Verlierer waren. Dabei hatte der Chipindustrie-Zulieferer am Vortag einen Rekord beim Auftragseingang vermeldet. Dass Jefferies das Kursziel nach den gestrigen Zahlen sogar leicht senkte, sorgte in hiesigen Börsenkreisen für Gesprächsstoff.
Einige Bewegungen bei kleineren Titeln
Nennenswerte Kursbewegungen weisen im breiten Markt noch DocMorris (+6,9 Prozent) auf. Nach den gestrigen positiven Zahlen stützten nun die Kurszielerhöhungen zahlreicher Analysten.
Bystronic (+9,2 Prozent) profitierten von spekulativen Käufen im Vorfeld der Neunmonatszahlen vom nächsten Donnerstag, war zu hören. Zudem gab es auffällige Kursverluste bei den Autozulieferern Adval Tech (-7,1 Prozent) und Feintool (-4,4 Prozent).
uh/cf
(AWP)
