Geprägt wird das Handelsgeschehen nach wie vor von den Entwicklungen im Nahen Osten oder den wachsenden Inflationssorgen. Derweil starteten die Firmen in die Berichtssaison zum dritten Quartal, wobei in der Schweiz Givaudan und Sulzer gut abgeschnitten haben. In den USA überzeugten die Grossbanken, allen voran Goldman Sachs, mit ihren Zahlen.

Öl bleibt teuer

Ein entscheidender Faktor für den Aktienhandel bleiben die Ölpreise. Sie sind am Berichtstag gemessen am Preis für ein Fass der Sorte Brent vom zuletzt sehr hohen Niveau etwas zurückgekommen. Allerdings schwächte sich der Rückgang bis zum Handelsende ab und so kostete das Fass Brent zuletzt noch 105,80 US-Dollar. Das war gegenüber dem Vortag lediglich noch ein Minus von 0,8 Prozent.

Im Nahen Osten ist in den vergangenen Tagen der Konflikt der jemenitischen Huthi-Rebellen mit Saudi-Arabien in den Fokus gerückt. Die Angriffe der Huthi auf den zweitwichtigsten Flughafen im Königreich erhöhen den Druck auf die USA, sich stärker in den Konflikt im Jemen einzuschalten. Die Miliz drohte auch mit Angriffen auf saudische Ölanlagen.

Zurückhaltung im SMI

Der SMI ging um 0,36 Prozent höher bei 13'927,52 Punkten aus dem Handel. Das Tageshoch hatte der Index im Morgenhandel bei 14'067 Zählern erreicht. Am Ende standen von den 20 SMI-Einzeltiteln nur noch 11 im Plus und 9 im Minus.

Der Mid-Cap-Index SMIM rückte um 0,32 Prozent auf 3085,38 Punkte vor und der breite SPI um 0,37 Prozent auf 19'725,15 Zähler. Die wichtigsten europäischen Leitindizes fielen indes mit der US-Börse ins Minus.

Am Schweizer Markt legten Givaudan (+9,4 Prozent) kräftig zu. Der Aromen- und Riechstoffkonzern hatte sein Wachstum im dritten Quartal 2026 deutlich beschleunigt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Papiere des Branchennachbarn DSM-Firmenich stiegen im Kielwasser um 4,2 Prozent in die Höhe.

Vom guten Abschneiden von Givaudan hätten auch die Nestlé-Papiere (+1,2 Prozent) profitiert, sagten Händler. Positiv sei auch, dass die EU-Wettbewerbsbehörde grünes Licht für die Pläne des Konzerns für das Wasser-Geschäft gaben.

Zu den grössten Gewinnern im SMI zählten auch Logitech (+3,0 Prozent), dies trotz weltweiter Techschwäche. Im breiteren Markt konnten sich dagegen andere Vertreter der Branche wie VAT (-2,8 Prozent) oder Comet (-1,4 Prozent) dem Druck nicht entziehen.

Gesucht wurden Zurich (+1,8 Prozent) nach einer Hochstufung, Swiss Re (+1,6 Prozent) oder Swiss Life (+1,0 Prozent). UBS (+0,2 Prozent) grenzten die Kursgewinne gegen Handelsende hin deutlich ein. Zwar profitierte die Bank von Zahlen der US-Institute. Die Diskussion im Parlament, um eine Gebühr zur geplanten staatlichen Liquiditätssicherung, dürfte den UBS-Kurs gebremst haben.

Gar ins Minus drehten die Pharma-Schwergewichte Roche PS (-0,1 Prozent) und Novartis (-0,6 Prozent) nach anfänglichen Gewinnen. Noch deutlicher waren die Einbussen bei Titeln wie Alcon (-1,9 Prozent), Lonza (-1,3 Prozent) oder Amrize (-1,3 Prozent). Und Richemont verloren nach schwachen Zahlen des französischen Konkurrenten LVMH 0,4 Prozent.

Sulzer auf Höhenflug

Im breiten Markt schossen Sulzer nach Zahlen um 8,0 Prozent nach oben. Der Bestellungseingang nach neun Monaten hatte die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Oerlikon (+3,9 Prozent) wurden von einer Kurszielerhöhung der UBS angeschoben, während Bernstein dieses für Clariant (+2,0 Prozent) erhöht hat.

Derweil machten Händler bei kleineren Pharmaaktien wie Idorsia (-8,4 Prozent), Newron (-7,2 Prozent) oder Santhera (-6,0 Prozent) Verkaufsdruck aus. Sie verwiesen dabei auf negative Vorgaben aus Übersee.

mk/jb

(AWP)