Für Erleichterung am Anleihenmarkt sorgte die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Die Vorsitzende des «Rassemblement National», schlug in einem Haushaltsplan vor, das Staatsdefizit bis 2032 unter 3 Prozent des Bruttoinlandproduktes zu senken. Die hohe französische Staatsverschuldung hatte zuletzt Sorgen vor einer neuen Schuldenkrise des Euroraums geweckt.
In den USA lief die Rally bei den Technologiewerten weiter. Dies habe Investoren, die sich heute mit Investitionen im Pharmasektor defensiv positioniert hätten, zu Umschichtungen gezwungen, sagte ein Marktbeobachter. Sie hätten angesichts der Rekordjagd in den USA auf den rollenden Zug aufspringen müssen, um keine Kursgewinne zu verpassen. Dies sei ein klassisches Muster, wenn die Finanzmärkte die Investoren aus Angst vor Performanceverlusten vor sich hertreiben würden.
Insgesamt sei es allerdings relativ ruhig, sagte ein Händler: «Am Markt passiert nicht viel.»
Zykliker legen zu
Der SMI ging am Dienstag mit einem Plus von 0,62 Prozent auf 13'788,93 Punkte aus dem Handel. Am Vormittag hatte der SMI teilweise um 165 Punkte höher gelegen. Von den 20 Titeln schlossen alle ausser drei in der Gewinnzone. Der Mid-Cap-Index SMIM legte um 0,16 Prozent auf 3067,30 Punkte zu und der breite SPI um 0,54 Prozent auf 19'562,45 Zähler.
Die Gesundheitswerte Alcon (-0,8 Prozent) und Sandoz (-0,3 Prozent) schlossen am Ende als Schlusslichter im SMI. Auch die Avancen von Lonza (+0,2 Prozent), Roche (+0,3 Prozent) und Novartis (+0,6 Prozent) bröckelten nach Eröffnung der US-Börsen deutlich ab. Lonza hatten zweitweise um 2,5 Prozent im Plus gelegen, Sandoz, Roche und Novartis um über 1 Prozent.
Händler verwiesen auf den Pestverdacht in Russland. «Aktienhandel ist immer auch eine Reflex-Sache - wenn sowas ist, gehen Gesundheitswerte einfach erst einmal hoch.»
Derweil führten Zykliker die Gewinnerliste an: So legten Amrize (+1,7 Prozent), Holcim (1,4 Prozent) und ABB (+1,1 Prozent) zu. Gefragt waren ebenfalls UBS (+1,4 Prozent). Die Grossbank überträgt die früheren Fondsadministrationsgeschäfte der Credit Suisse in der Schweiz und in Luxemburg an Northern Trust. Sie baut damit ihre Zusammenarbeit mit dem US-Finanzdienstleister aus.
Techwerte uneinheitlich
Für Gesprächsstoff sorgen derweil Partners Group (+0,7 Prozent). Der Privatmarktanbieter steht vor der Auflösung eines an der Londoner Börse kotierten Private Equity Fonds. Zuvor hatten sich rund drei Viertel der Investoren des «Partners Group Private Equity Limited» (PGPE) für einen Ausstieg aus dem Fonds ausgesprochen.
Das dritte Schwergewicht Nestlé gewann 1,0 Prozent. Ebenfalls fester waren am breiten Markt Lindt&Sprüngli PS (+0,6 Prozent).
Dem Markt etwas hinterher hinkten Schindler (+0,5 Prozent). Hier verwiesen Händler auf Spekulationen um ein Kaufinteresse aus Japan am europäischen Geschäft des Konkurrenten TK Elevator.
Bei den Techwerten war die Lage gemischt: Während AMS Osram (+0,9 Prozent), Inficon (+0,8 Prozent) und Logitech (+0,6 Prozent) anzogen, gaben Comet und VAT (je -1,6 Prozent) nach.
jb/ys
(AWP)
