Insgesamt war die Stimmung an der Börse von Zurückhaltung geprägt. Schlechte News aus dem Nahen Osten trieben den Brent-Ölpreis zurück über Schwelle von 110 US-Dollar, was Inflationssorgen anheizte und die Erwartung auf eine nächste Zinserhöhung in den USA stützte. Zudem stiegen die Zweifel wieder, dass die US-Tech-Konzerne die in sie gesetzten hohen Markterwartungen erfüllen werden. Neue Zahlen von Tech-Grössen wie Meta oder Tesla versetzten der erfolgsverwöhnten Nasdaq einen weiteren kräftigen Dämpfer.

Nestlé top, Roche tiefer

Der SMI schloss den Handel mit einem Minus von 0,03 Prozent minim tiefer bei 14'547,97 Punkten ab (Tagestief: 14'479, Tageshoch 14'590). Dabei standen sich im 20 Titel fassenden Leitindex 8 Verlierer und 12 Gewinner gegenüber.

Der Mid-Cap-Index SMIM sank um 0,13 Prozent auf 3158,54 Punkte und der SPI verlor 0,10 Prozent auf 20'490,79 Stellen. Weitere europäische Indizes wie der Dax in Frankfurt (-1,0 Prozent) oder der Cac40 im von Krawallen geplagten Paris (-1,4 Prozent) gaben deutlicher nach. Und die Tech-Börse Nasdaq rutschte bis am Abend um über 2 Prozent ab.

An der Schweizer Börse standen die Schwergewichte Roche (+0,03 Prozent) und Nestlé (+1,1 Prozent) mit Umsatzzahlen im Fokus. Der Pharmariese erfüllte die Erwartungen, insgesamt bot der Abschluss aber kaum Überraschungen. Roche bekräftigte auch die Jahresprognosen. Nestlé übertraf hingegen die Erwartungen klar und überzeugte mit dynamischen Zahlen zum organischen Wachstum. Analysten sprachen gar von einer positiven Trendwende.

Auch Galderma (+7,1 Prozent) präsentierte Zahlen und hob zum zweiten Mal in diesem Jahr die Umsatzprognose an. Der Hautpflegekonzern wies für alle drei Geschäftsbereiche zweistelliges Wachstum aus. Zudem wurden mit Novartis (+1,6 Prozent), Alcon (+3,4 Prozent), Lonza und Sandoz (beide +0,7 Prozent) weitere Gesundheitstitel gut nachgefragt.

Grösste Verlierer waren ABB (-4,1 Prozent), die seit der Zahlenvorlage vom Dienstag unter erhöhtem Abgabedruck stehen. In Marktkreisen wurde auch auf die vorsichtigere Bewertung der KI-Branche verwiesen, schliesslich hatten die Titel auch zu den Gewinnern gezählt, als es im Tech-Sektor nach oben ging. Die Sektor-Flaute setzte im breiteren Geschäft auch dem Vakuumventilhersteller VAT (-5,9 Prozent) erneut schwer zu.

Bei den Blue Chips fielen auch UBS (-2,9 Prozent) oder Holcim (-2,2 Prozent) klar zurück. Der Baustoffkonzern wird am Freitag Angaben zum Geschäftsverlauf im dritten Quartal machen. Dabei rutschten die drei SMI-Schlusslichter (inkl. ABB) zu Handelsende auf Tagestiefs ab. Richemont (-1,8 Prozent) litten derweil unter schwachen Zahlen des Konkurrenten Hermés.

Im breiter gefassten Geschäft wurden beim Logistiker Kühne+Nagel (-2,5 Prozent) nach dem bislang starken Jahresverlauf Kursgewinne ins Trockene gebracht. Es war ein «Sell on good News», schliesslich übertraf das Unternehmen eigentlich sowohl beim Umsatz als auch mit dem Gewinn im dritten Quartal die Marktvorgaben klar und hob erneut die Jahresprognose an.

Mit Schindler geht es hoch

Die Schindler PS kletterten nach Zahlen um 8,5 Prozent kräftig in die Höhe. Der Innerschweizer Industriekonzern konnte besonders im Neuanlagengeschäft punkten, was in den prall gefüllten Auftragsbüchern zum Ausdruck kam.

Die Bystronic-Aktie schoss gar um 19,6 Prozent nach oben. Weniger Bewegung löste die Zahlenvorlage beim Gesundheits- und Apothekenkonzern Galenica (+1,4 Prozent) und bei der Ems-Chemie (-1,3 Prozent) aus, während Forbo (-6,7 Prozent) den zweiten Tag in Folge nach dem Investorentreffen am Mittwoch deutlich an Wert verloren.

mk/tp

(AWP)