Nachdem es in der Nacht auf Dienstag noch zu US-Angriffen auf eine iranische Insel gekommen war, berichteten am Dienstagnachmittag Vermittler aus dem Golfstaat Katar über neue Vorschläge, die einen Wiederausbruch des Kriegs vermeiden sollten. Der Brent-Erdölpreis gab in der Folge zwischenzeitlich auf unter 101 Dollar nach, bevor er am Abend wieder auf über 103 Dollar stieg.

Insgesamt dürften sich die Kaufbereitschaft aber vor den Ergebnissen der US-Zwischenwahlen ohnehin in Grenzen gehalten haben, hiess es. Am Dienstag stimmten Millionen Amerikaner über die künftige Zusammensetzung des Parlaments in Washington ab. Laut Meinungsforschern könnten die oppositionellen Demokraten gestärkt aus der Wahl hervorgehen. Erste aussagekräftige Ergebnisse dürften aber erst in der Nacht auf Mittwoch vorliegen.

Abgang von Galderma-CFO belastet

Der Leitindex SMI schloss 0,40 Prozent tiefer bei 14'743,09 Punkten. Der breite SPI gab 0,34 Prozent auf 20'797,40 Punkte nach und der Mid-Cap-Index SMIM verlor 0,21 Prozent auf 3224,17 Zähler. Von den SMI-Werten schlossen 14 im Minus und sechs im Plus.

Deutliche Abgaben gab es aber für die Titel des PC-Zubehörherstellers Logitech (-2,8 Prozent). Mit klaren Abschlägen gingen auch die Titel des Sanitärkonzerns Geberit (-2,2 Prozent) aus dem Handel. Der Markt habe sich auf stärkere Quartalsergebnis und eine mögliche Erhöhung der Jahresvorgaben eingestellt, meinte ein Händler. Mit Sika (-0,9 Prozent) gab auch ein weiterer Bauwert klar nach.

Galderma (-1,3 Prozent) ihrerseits wurden vom überraschenden Abgang des Finanzchefs belastet: Wie am Montagabend bekannt geworden war, verlässt dieser den Hautpflegekonzern nach nur sechs Monaten im Amt wieder.

Auch die SMI-Schwergewichte schwächelten am Dienstag: Deutliche Abgaben erlitten die Roche-Titel (-1,6 Prozent), während Novartis (-0,02 Prozent) ganz knapp im Minus aus dem Handel gingen. Die Nestlé-Titel (-0,3 Prozent) schlossen ebenfalls leicht schwächer.

Bei den Finanzwerten zeigte sich kein einheitliches Bild. So konnten die Titel des Privatmarktspezialisten Partners Group (+0,5 Prozent) zulegen, während UBS (-0,8 Prozent) im Minus schlossen. Auch die Titel der Privatbank Julius Bär (-0,3 Prozent), die im SMIM enthalten sind, gingen schwächer aus dem Handel.

Fester schlossen Versicherungstitel wie Zurich (+0,3 Prozent), Swiss Life (+0,6 Prozent) oder HelvetiaBaloise (+1,3 Prozent). Mit Gewinnen schlossen aber auch einige «technologienahe» Aktien wie VAT (+0,6 Prozent) oder ABB (+1,6 Prozent).

Burckhardt stark im Plus

Zulegen konnten auch die Titel des Chemiekonzerns Clariant (+1,4 Prozent) nach Zahlen zum dritten Quartal und positiven Aussagen des CEO an einer Analystenkonferenz zum vierten Quartal. Klare Kursgewinne gab es auch für Basilea (+4,1 Prozent), nachdem das Biotechunternehmen eine neue Meilensteinzahlung vom Partner Pfizer vermelden konnte.

Starke Kurszuwächse gab es für Burckhardt Compression (+12,2 Prozent). Der Kolbenkompressoren-Hersteller konnte mit seinem Zwischenergebnis die Erwartungen am Markt deutlich übertreffen. Vor allem eine überraschende Rückkehr zum Wachstum beim Bestellungseingang sorgt bei Analysten für Erleichterung.

tp/uh

(AWP)