Die US-Konsumentenpreise fielen am Nachmittag etwas höher als erwartet aus. Laut der Commerzbank lag dies nicht nur am spürbar teureren Benzin, sondern auch an der guten Konjunktur und indirekten Effekten der höheren Energiepreise. Die Markterwartung für eine Zinserhöhung im Oktober liegt damit nun bei über 40 Prozent.
«Die Zinssorgen dürften nun wieder an Schärfe hinzugewonnen haben», hielt ein Experte fest. Der US-Dollar legte in der Folge gegenüber Euro und Franken zu. Zudem stiegen die Renditen der US-Anleihen. Der Blick richtet sich nun auf die US-Produzentenpreise am Donnerstag.
SMI klettert über 14'100 Punkte
Der SMI schloss am Mittwoch um 1,45 Prozent fester auf 14'129,93 Punkten. Von den 20 Einzeltiteln standen 15 im Plus und fünf im Minus. Der Mid-Cap-Index SMIM stieg um 0,21 Prozent auf 3088,98 und der breite SPI um 1,17 Prozent auf 19'956,67 Punkte.
Die wichtigsten europäischen Leitindizes schlossen ebenfalls im Plus, allerdings weniger stark als der SMI. Die beiden grossen US-Börsen notierten am Abend hingegen im roten Bereich.
Als klare Gewinner im SMI etablierten sich zur Wochenmitte Lonza (+3,4 Prozent). Der Life-Science-Konzern erhöhte anlässlich eines am Abend stattfindenden Kapitalmarkttages seine Finanzziele.
Auch die Gesundheitswerte Sandoz (+3,0 Prozent), Galderma (+2,7 Prozent) und Alcon (+1,8 Prozent) sowie die Pharma-Schwergewichte Roche (+3,1 Prozent) und Novartis (+2,8 Prozent) sprangen hoch. Pharmatitel gelten als defensiver als zyklische Werte. Galderma gab zudem die Übernahme der US-Hautpflegemarke Zo Skin Health bekannt.
Das dritte Schwergewicht Nestlé (+2,1 Prozent) war ebenfalls eine klare Stütze für den Gesamtmarkt.
Finanz- und Techwerte unter Druck
Unter Druck kamen hingegen UBS (-1,6 Prozent) und Partners Group (-0,7 Prozent). Bei der Grossbank UBS mahnte das Institut KBW mit Blick auf die Q3-Zahlen zur Zurückhaltung. In den USA gaben zudem Morgan Stanley nach Quartalszahlen bis am Abend um über 3 Prozent nach.
Auch Werte aus dem Techumfeld wie Logitech (-0,2 Prozent) und ABB (-1,1 Prozent) wurden angesichts der steigenden Zinserwartungen gemieden. Federn lassen mussten auch VAT (-1,7 Prozent). Branchenkollege ASML überzeugte zwar mit starken Quartalszahlen, warnte jedoch vor Engpässen und Ungleichgewichten in der Lieferkette.
Bei Swiss Re (-0,2 Prozent auf 146,95 Fr.) senkte Jefferies sein Rating auf 'Underperform' und das Kursziel auf 110 Franken.
Bossard überrascht positiv
Im breiten Markt überraschte der Industriezulieferer Bossard (+2,3 Prozent) mit seinen Quartalszahlen positiv. Bei Idorsia (+5,1 Prozent) kam laut Händlern die Vereinbarung zwischen Nxera Pharma und Synmosa für die Vermarktung von Quviviq in Japan und Taiwan gut an.
Überdurchschnittlich gesucht waren auch Siegfried (+1,8 Prozent). Der Pharmazulieferer zählt neu zu den zehn bevorzugten europäischen Small- und Midcap-Aktien von Bernstein.
Interroll (+4,0 Prozent) waren derweil nach einem kleineren Titelkauf aus dem Management gefragt. Bei Swisscom (+1,4 Prozent) verwiesen Händler auf ein positives Urteil in einem Glasfaserstreit durch das Bundesverwaltungsgericht.
Auf der anderen Seite wurden Adecco (-3,0 Prozent) nach einer Rückstufung und Kurszielsenkung durch Kepler verkauft. Es zeichneten sich zunehmend Risiken ab, hiess es in der Studie.
ls/jb
(AWP)
