Allgemein belasteten der noch nicht gelöste Nahost-Konflikt, die hohen Ölpreise sowie die anziehenden Renditen von US-Anleihen die Stimmung an den Finanzmärkten. Und der grosse Verfall an den Terminbörsen habe die Risikobereitschaft noch zusätzlich gebremst, hiess es im Handel. An diesem Tag laufen an den Termin- und Derivatbörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes und einzelne Aktien aus, was grössere Kursschwankungen auslösen kann.

Die Inflationsangst bestimme das Handelsgeschehen weiter und dürfte die Märkte auch über den heutigen Verfall hinaus beschäftigen, zeigte sich ein weiterer Marktexperte überzeugt. Dabei hätten die Notenbanken die Inflation zu ihrem gemeinsamen Gegner erklärt. Je länger die Ölpreise auf hohem Niveau verharrten, desto schwieriger werde der Spagat zwischen Inflationsbekämpfung und konjunktureller Stabilität.

Nestlé drückt auf den SMI

An der Schweizer Börse fiel der SMI am Freitag bis Börsenschluss um 1,15 Prozent auf 13'786,72 Punkte zurück und beendete den Handel auf seinem Tagestief. Auf Wochensicht verblieb lediglich noch ein Plus von 0,1 Prozent. Zu Handelsschluss standen im 20 Titel schweren SMI noch 3 Gewinner den 17 Verliereraktien gegenüber.

Der Mid-Cap-Index SMIM büsste 0,23 Prozent auf 3057,25 und der breite SPI 0,91 Prozent auf 19'514,97 Punkte ein. An den europäischen Märkten fielen die Abgaben noch deutlicher aus: Der Dax in Frankfurt verlor 1,6 Prozent, während der Cac40 in Paris und der Ftse100 1,6 Prozent nachgaben. Zudem tendierte auch die Wall Street schwächer.

Klotz am Bein des SMI war der Nahrungsmittelmulti Nestlé. Die Nestlé-Titel rutschten um deutliche 2,6 Prozent ab, nachdem Russland zwei Gesellschaften unter vorübergehende Fremdverwaltung gestellt hatte. Zwar schätzten Analysten den Anteil des Konzernumsatzes, der in Russland erwirtschaftet wird, nur auf 1 bis 2 Prozent. Es drohe aber gleichwohl ein beträchtlicher Verlust an Vermögenswerten, hiess es.

Zur Schwäche neigten auch die Pharma-Schwergewichte Roche (-1,2 Prozent) und Novartis (-0,8 Prozent), nachdem sie den Markt über weite Strecken noch gestützt hatten. Zudem sorgten auch die am kommenden Montag an der SIX geplanten Veränderungen in der Zusammensetzung der Indizes für Bewegung. Ihre «Dernière» im SMI erfuhren die Titel des Logistikers Kühne+Nagel (-0,4 Prozent) und des Telekomriesen Swisscom (-3,4 Prozent).

Sie werden durch die Titel des Hautpflegekonzerns Galderma (+0,2 Prozent) und des Generikaherstellers Sandoz (+1,1 Prozent) ersetzt, die den Handel im SLI weit vorne abschlossen. Sandoz punktete darüber hinaus mit positiven Produktnews. VAT (+2,9 Prozent) profitierten von einer Kaufempfehlung der Bank Vontobel. Dagegen belastete eine Jefferies-Kurszielsenkung die Titel des Baustoffkonzerns Amrize (-2,6 Prozent).

Rieter mit weiteren Einbussen

Im breiter gefassten Geschäft rücken AMS Osram mit positiven Branchenimpulsen um 4,1 Prozent vor. Die Analysten von Kepler Cheuvreux sehen den KI-Einsatz in der Automobilbranche als Chance, etwa auch für das Sensorengeschäft von AMS Osram. Rieter rutschten dagegen um 8,5 Prozent ab und setzten so den Kursrutsch von Donnerstag (-16 Prozent) nach einer UBS-Abstufung auf «Sell» noch fort.

Huber+Suhner verloren am Kapitalmarkttag 3,4 Prozent. Einige Marktakteure hätten hohe Erwartungen an das Treffen gehabt und seien enttäuscht worden, hiess es. Leonteq verloren 3,4 Prozent. Beim Derivatespezialisten hat Grossaktionär Rainer-Marc Frey seinen Anteil auf knapp 30 Prozent aufgestockt, während sich die Bank Raiffeisen als Aktionärin zurückzog.

Die Titel des Biotech-Unternehmens Curatis wurden von Baader Helvea mit «Buy» ins Ratinguniversum aufgenommen. Die Aktie avancierte um 6,9 Prozent.

mk/tp

(AWP)