Unterstützung kam von der freundlichen Stimmung an der Wall Street. Vor allem Technologieaktien waren wieder gefragt, nachdem sie zuletzt wegen Zweifeln an den hohen Investitionen in künstliche Intelligenz unter Druck geraten waren. Etwas Entspannung brachten zudem die Ölpreise, die angesichts neuer diplomatischer Bemühungen im Nahen Osten um mehr als 1 Prozent nachgaben. Eine Lösung des Konflikts zeichnet sich allerdings weiterhin nicht ab.

Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die anstehenden Zinsentscheide und die Quartalszahlen grosser US-Technologiekonzerne. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über die Leitzinsen, am Donnerstag folgt die Europäische Zentralbank. «Diese Ruhe sollte allerdings nicht mit Entspannung verwechselt werden», warnte ein Analyst. Das Zusammentreffen von Geldpolitik, Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen könnte rasch wieder für stärkere Kursausschläge sorgen.

SMI nähert sich Rekordhoch

Der SMI stieg um 0,40 Prozent auf 14'597,63 Punkte. Im Tagesverlauf hatte er bei 14'609 Punkten sein Hoch erreicht. Am Montag hatte der Leitindex bereits um 0,53 Prozent zugelegt. Das bisherige Allzeithoch von 14'669,51 Punkten ist damit wieder in Sichtweite. Von den 20 SMI-Titeln schlossen 13 im Plus und 7 im Minus.

Der breite SPI gewann 0,46 Prozent auf 20'599,98 Punkte und der Mid-Cap-Index SMIM 0,54 Prozent auf 3194,78 Punkte.

An der SMI-Spitze standen die Technologiepapiere von ABB (+2,6 Prozent). Die Aktien setzten damit ihre Erholung vom Vortag fort, nachdem sie in der Vorwoche trotz guter Quartalszahlen im Zuge der Schwäche von Technologiewerten deutlich an Wert verloren hatten. Auch die Bauwerte Amrize (+2,0 Prozent), Holcim (+1,8 Prozent) und Geberit (+1,3 Prozent) waren gefragt.

Novartis (+1,0 Prozent) legten nach der Vorlage der Quartalszahlen ebenfalls zu, gaben allerdings einen grossen Teil ihrer anfänglichen Gewinne wieder ab. Der Pharmakonzern hob zwar die Gewinnprognose für das Gesamtjahr an, musste aber zugleich einen hohen Abschreiber auf einen Wirkstoff aus der milliardenschweren Übernahme von Avidity Biosciences verbuchen.

Die beiden anderen Schwergewichte entwickelten sich unterschiedlich: Roche gewannen 0,6 Prozent, während Nestlé 0,6 Prozent verloren.

Grösste Verlierer im SMI waren Galderma (-3,1 Prozent). Die Aktien hatten nach den jüngsten Quartalszahlen zunächst eine kräftige Kursrally hingelegt.

SIG mit kräftigen Gewinnen - Aryzta verlieren

Im breiten Markt schossen SIG (+9,6 Prozent) nach oben. Der Verpackungsspezialist überzeugte mit einem deutlichen Gewinnanstieg im dritten Quartal und erhöhte die Margenprognose für das Gesamtjahr.

Auch Inficon (+8,4 Prozent) waren nach überraschend starken Quartalszahlen und einer angehobenen Jahresprognose sehr gefragt. Die gute Stimmung im Technologiesektor half zudem VAT (+3,5 Prozent) und Comet (+4,3 Prozent).

Basilea (+4,8 Prozent) profitierten von höheren Erwartungen an den Umsatz und den Betriebsgewinn. Der Pharmakonzern hob seine Jahresprognosen vor dem Investorentag am Mittwoch an.

Logitech (+0,8 Prozent) legten ebenfalls zu. Der Computerzubehörhersteller veröffentlicht seine Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 am Dienstagabend nach Börsenschluss.

Am anderen Ende des breiten Marktes verloren Aryzta 3,1 Prozent. Anleger hatten laut Händlern statt der am Vortag angekündigten kostspieligen Restrukturierung eher auf einen Verkauf des Deutschlandgeschäfts gehofft.

to/cf

(AWP)