Weder die US-Notenbank Fed noch die Europäische Zentralbank (EZB) haben an ihren Sitzungen die Leitzinsen angetastet. Damit hatten Experten gerechnet. In den USA ist die Konjunktur derweil im dritten Quartal schneller als erwartet gewachsen. Das spreche für eine Zinserhöhung im Dezember, hiess es am Markt. Ein solcher Schritt wird vermehrt auch von der EZB erwartet. «Hält der energiebedingte Preisdruck an, ist eine Zinserhöhung auf 2,75 Prozent im Dezember wahrscheinlich», so ein anderer Kommentar.

Der Preisdruck hält angesichts der nach wie vor hohen Ölnotierungen an. Zwar sank der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent bis Europaschluss um knapp 1,5 Prozent. Mit über 113 US-Dollar liegt er aber nach wie vor klar über der Schwelle von 100 Dollar. News gab es auch noch zur Führung der EZB: Präsidentin Christine Lagarde wird im Februar 2027 vorzeitig abtreten. Gesucht wird nun eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger.

SMI erreicht Allzeithoch

Den Handel am Donnerstag schloss der SMI mit 1,21 Prozent im Plus bei 14'756,86 Punkten ab, wobei das Intraday-Allzeithoch jetzt bei 14'861,53 Stellen liegt. Von den 20 SMI-Titeln beendeten 17 den Tag im grünen Bereich und drei gaben nach.

Der Mid-Cap-Index SMIM stieg um 0,22 Prozent auf 3200,13 Zähler und der breite SPI um 1,01 Prozent auf 20'793,53 Punkte. Auf dem Vormarsch waren auch wichtige europäische Märkte, während die Wall Street schwächer tendierte.

Eine starke Stütze für den SMI waren die Aktien des Pharma-Schwergewichts Novartis (+2,4 Prozent auf 132,30 Fr.), die im Tagesverlauf ebenfalls ein Rekordniveau erreichten. Als Grund für den Kurssprung machten Händler eine Kurszielerhöhung durch JPMorgan auf 145 Franken aus. Die beiden weiteren grossen Werte Roche (+0,7 Prozent) und Nestlé (unv.) gingen uneinheitlich aus dem Handel.

Die deutlichsten Avancen erzielten Sandoz (+4,4 Prozent), die sich von den Vortagesverlusten erholten. Am Mittwoch waren die Papiere nach einer Zahlenenttäuschung um knapp 3 Prozent eingebrochen. Auch die UBS-Valoren hatten am Vortag nach Zahlen an Wert eingebüsst und erholten sich mit einem Plus von 2,9 Prozent davon. Positive Analystenkommentare hätten der Aktie Auftrieb gegeben, hiess es im Handel.

Gesucht waren auch Galderma (+2,4 Prozent), Holcim (+2,6 Prozent) und nicht zuletzt Amrize (+3,2 Prozent). Die Titel des Baustoffkonzerns litten anfänglich stark unter den schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen und der Senkung der Jahresprognose. Amrize-Chef Jan Jenisch betonte an einer Telefonkonferenz, dass der Konzern weitere Preiserhöhungen durchsetzen will, um die Kosteninflation abzufedern.

Avolta überzeugt

Im breiter gefassten Geschäft kletterten Avolta nach Zahlen um 5,1 Prozent in die Höhe. Der Reisedetailhändler wuchs schneller als erwartet, während Analysten bei der Profitabilität noch Verbesserungspotenzial sehen. Nach Zahlen gingen auch die Titel des Online-Reiseanbieters Lastminute (+4,7 Prozent) klar fester aus dem Handel.

Demgegenüber büssten Phoenix Mecano (-2,5 Prozent), Vontobel (-1,3 Prozent) oder Oerlikon (-1,6 Prozent) an Wert ein. Bei Vontobel wurde die schwache Entwicklung bei den Neugeldzuflüssen bemängelt. Gar um 5,0 Prozent rutschten Rieter ab, nachdem die Titel in der laufenden Woche bereits zurückgebunden wurden. Die Industriegruppe musste Umsatz- und Margenziel senken. Im Anschluss daran strich Oddo BHF die Kaufempfehlung.

mk/cf

(AWP)