Als massgeblich nannten Börsianer den am vergangenen Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht. Mit den schwächer als erwartet ausgefallenen Daten hätten sich die akuten Zinssorgen und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch das Fed im Oktober massiv verkleinert, fasste es ein Händler zusammen. Derweil trübte sich auch die Stimmung im US-Dienstleistungssektor ein.
Der am Nachmittag veröffentlichte ISM-Index blieb jedoch klar über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Damit bleibt eine weitere Zinserhöhung durch die US-Notenbank grundsätzlich möglich, auch wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer derzeit nicht mit einem solchen Schritt im Oktober rechnet.
Für einen kräftigeren Schub reichte es angesichts fehlender Unternehmensnachrichten und anhaltender Unsicherheiten derweil nicht: «Die Anleger stehen weiterhin im Bann der europäischen Staatsanleihemärkte und der hohen Energiepreise», kommentierte ein Marktexperte. Besonders die zunehmenden Unterschiede bei den Renditen der europäischen Länder sorgten für Nervosität und weckten bei manchen Anlegern Erinnerungen an die Eurokrise. Durch die «Goldene Woche» in China blieben zudem wichtige Impulse aus Asien aus.
SMI mit uneinheitlichem Bild
Der SMI schloss am Montag um 0,31 Prozent fester bei 13'703,53 Punkten. Der Leitindex hatte am frühen Nachmittag bei 13'813 Punkten ein Tageshoch markiert, kam danach aber wieder zurück. Von den 20 Titeln schlossen alle ausser sieben im Plus. Der Mid-Cap-Index SMIM legte um 0,36 Prozent auf 3062,52 Punkte zu und der breite SPI 0,31 Prozent auf 19'456,93 Zähler.
Zu den grössten SMI-Gewinnern zählten die Gesundheitswerte Sandoz (+2,2 Prozent), Lonza (+1,6 Prozent) und Galderma (+0,6 Prozent). Bei Lonza sorgten laut Händlern ermutigende Studienergebnisse zum Pneumokokken-Impfstoff VAX-31 des Kunden Vaxcyte für Rückenwind.
Auch die Pharma-Schwergewichte Roche (+0,9 Prozent) und Novartis (+0,1 Prozent) stützten den Gesamtmarkt. Das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,4 Prozent) hinkte hingegen dem Markt hinterher.
Unternehmensnachrichten waren zum Wochenstart eher Mangelware. In diesem Umfeld sorgten stattdessen Analystenkommentare für Bewegung: So griffen Investoren bei Richemont (+1,0 Prozent) nach positiven Analysen zu. Auch UBS (+1,3 Prozent) waren nach einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs gefragt.
Bauwerte unter Druck
Auf der anderen Seite gaben mit Sika (-4,8 Prozent), Geberit (-0,7 Prozent) und Amrize (-0,5 Prozent) baunahe Werte nach. Gegen den Trend hielten sich in dem Sektor Holcim (+0,4 Prozent) im Plus, die zuletzt aber einen schwachen Lauf hatten.
Unterschiedlich entwickelten sich auch Technologiewerte: Bei den Blue Chips verloren Logitech 2,2 Prozent. In den hinteren Reihen wurden Inficon (-2,1 Prozent), Comet (-0,3 Prozent) und AMS Osram (-0,2 Prozent) verkauft, während die Aktien von VAT (+1,5 Prozent) zulegten. Die Techies waren am Freitag angesichts fester US-Techwerte auch hierzulande zum Teil deutlich gestiegen.
Tecan springen hoch
Mit Kurseinbussen fielen in der zweiten Reihe auch Curatis (-8,0 Prozent) und Newron (-3,9 Prozent) auf. Händler sprachen von einer Branchenschwäche bei kleinen Pharma- und Biotechaktien.
Einen Sprung nach oben machten hingegen Tecan (+5,4 Prozent auf 243,60 Fr.) nach einer Kurszielerhöhung durch Berenberg. Die Bank hatte das Kursziel auf 300 Franken angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Bei Gurit (-2,3 Prozent) hallte hingegen die Herunterstufung durch die UBS vom Freitag nach, wie es am Markt hiess.
ls/ys
(AWP)
