International dämpften der Nahost-Konflikt, steigende Ölpreise sowie die hohen Renditen der Staatsanleihen die Anlegerstimmung. «Solange eine diplomatische Lösung fehlt, dürften Ölpreise, Renditen und Aktienkurse stark schwanken», sagte ein Marktbeobachter. Nach den enttäuschten Hoffnungen auf eine Vereinbarung zwischen den USA und Iran stieg der Ölpreis für ein Fass der Nordseesorte Brent am Montag auf über 107 Dollar.
Zusätzlich sorgten negative Nachrichten aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) für Gegenwind im Technologiesektor. Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat nach einem erneuten Sicherheitsvorfall das Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle vorerst ausgesetzt. Händler verwiesen zudem auf wachsende Sorgen über die Finanzierung der enormen Investitionen in KI-Rechenzentren.
Im weiteren Wochenverlauf rücken verschiedene Inflationskennzahlen und vor allem der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag in den Fokus. «Besonders die Lohnentwicklung und die Preiskomponente des ISM verdienen Aufmerksamkeit», hiess es in einem Kommentar. Überraschend robuste Daten könnten den Druck auf die Anleiherenditen weiter erhöhen und damit auch die Aktienmärkte belasten.
SMI im Minus
Der SMI schloss am Montag 0,02 Prozent tiefer bei 13'942,91 Punkten und damit unter der vielbeachteten Marke von 14'000, die er zwischenzeitlich geknackt hatte. Von den 20 Titeln gingen 10 fester, 9 schwächer und Amrize unverändert aus dem Handel. Der Mid-Cap-Index SMIM verlor 0,23 Prozent auf 3106,65 Punkte und der breite SPI 0,06 Prozent auf 19'758,71 Punkte.
Andere wichtige europäische Indizes wie der deutsche Dax und der französische Cac-40 schlossen kaum verändert, während die US-Börsen in New York am Abend klar tiefer notierten.
Als Bremsklotz für den SMI erwies sich am Montag das Schwergewicht Roche (-1,4 Prozent). Die Aussagen am «Pharma Day» des Konzerns konnten die hohen Erwartungen an die Pipeline offenbar nicht übertreffen, wie es im Markt hiess. Zudem belastete der Rückschlag beim Wirkstoff Emugrobart.
Auch das Schwergewicht Nestlé (-0,2 Prozent) war keine Stütze. Unter Abgabedruck standen zudem Logitech (-1,4 Prozent). Im Kontext der schlechten Stimmung im US-Techsektor gaben auch VAT (-0,1 Prozent) und Comet (-1,3 Prozent) nach.
Novartis als Stütze
Auf der anderen Seite stützten das Schwergewicht Novartis (+1,3 Prozent) den Gesamtmarkt. Die Titel des Pharmariesen setzten damit ihren seit nunmehr gut zwei Wochen andauernden Erholungskurs fort.
Auch andere Titel aus dem Gesundheitsbereich waren gesucht. So legten Lonza (+2,6 Prozent) und Sandoz (+1,1 Prozent) deutlich zu. Bei Lonza verkündete Grosskunde Kodiak Sciences erfreuliche Studienergebnisse zum Augenmittel Zenkuda. Im Umfeld gewannen Sonova (+3,7 Prozent), Skan (+2,4 Prozent) und Tecan (+3,1 Prozent) dazu. Tecan profitierten auch von einer Kurszielerhöhung durch die UBS.
Fester gingen auch baunahe Werte wie Sika (+1,4 Prozent), Geberit (+0,9 Prozent) und Holcim (+0,6 Prozent) aus dem Handel. Die UBS sah in einer Branchenstudie Lichtblicke für Schweizer Bauzulieferer.
Calida springen hoch
Bei den Nebenwerten fielen Calida mit einem Plus von 5,3 Prozent auf. Rückenwind gab die Ankündigung einer grosszügigeren Dividendenpolitik und eines Aktienrückkaufprogramms.
Dormakaba (+4,2 Prozent) erhielten eine Hochstufung durch Jefferies auf «Buy». DocMorris (+6,2 Prozent) reagierten positiv auf eine Prognoseanhebung des Konkurrenten Redcare Pharmacy.
Bei Xlife Sciences (-5,8 Prozent) setzte sich indes die Talfahrt vom Freitag fort. Noch stärker verloren die Titel des Biotechunternehmens Addex (-11,4 Prozent) nach weiterhin roten Quartalszahlen.
ls/to
(AWP)
