Bei den Ölpreisen gab es nur eine kurze Entspannung. Am Nachmittag zogen die Preise wieder an, nachdem sie am Morgen noch klar zurückgekommen waren. Beim Konflikt im Nahen Osten zeichnet sich nach wie vor keine Lösung ab und die Lage könnte sich jederzeit wieder verschärfen. Der Blick der Anleger richtet sich zudem schon allmählich auf die Leitzinsentscheidungen in den USA und Europa. Den Anfang macht das Fed am Mittwoch und einen Tag später folgte die EZB. Von beiden Notenbanken wird noch keine weitere Zinserhöhung erwartet. «Angesichts der anhaltend hohen Energiepreise und der wachsenden Inflationsrisiken werden die Anleger jedes Wort der Notenbanker auf die Goldwaage legen», so ein Kommentar.

SMI schliesst fast auf Tageshoch

Der SMI stieg um 0,53 Prozent auf 14'538,95 Punkte und schloss damit nur knapp unter Tageshoch. Das Allzeithoch von knapp 14'670 Punkten ist damit wieder in Sichtweite. 14 der 20 SMI-Titel legten zu und sechs gaben nach. Der breite SPI gewann 0,58 Prozent auf 20'505,91 Punkte und der Mid-Cap-Index SMIM 0,67 Prozent auf 3177,56 Punkte.

Unterstützung für den SMI gab es durch Schwergewicht Roche (PS +1,4 Prozent). Hier halfen vor allem positive Studiendaten zum Medikament Divarasib im Bereich Lungenkrebs am Wochenende. Dagegen haben Forschungsergebnisse von Novartis (-0,4 Prozent) zum MS-Hoffnungsträger Remibrutinib an den Märkten kaum für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen wird am (morgigen) Dienstag auch Zahlen vorlegen. Nestlé (+0,04 Prozent) schlossen fast unverändert.

Weit oben im SMI landeten Sandoz (+2,1 Prozent). Der Generikahersteller und SMI-Neuzugang knüpfte damit an seinen jüngsten Aufwärtstrend an. Seit Jahresanfang haben die Papiere über 40 Prozent an Wert gewonnen.

Techaktien mit Erholungsversuch

Nachdem Technologieaktien die letzten beiden Wochen stark unter Druck standen, zeigten sie am Montag eine Gegenbewegung. So landeten ABB mit einem Plus von 2,8 Prozent an der SMI-Spitze. In der Vorwoche hatten sie nach Zahlen noch klar an Wert eingebüsst. Auch Halbleiterwerte wie VAT, Comet, Inficon oder AMS Osram schlossen bis zu 3,5 Prozent höher. Hilfreich war dabei auch eine wieder bessere Stimmung unter den US-Techfirmen, hiess es im Markt.

Schlusslicht im SMI waren Sika (-2,2 Prozent). Händler berichten hier von Umschichtungen in andere europäische Bauzulierferaktien.

Der Beginn der Beratungen in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (WAK-N) zur UBS-Regulierung haben die Papiere der Grossbank kaum bewegt. Sie gingen mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent aus dem Handel.

Im breiten Markt profitierten Idorsia (+3,6 Prozent) von positiven Daten zum Schlafmittel Quviviq. Hier wurde eine mögliche Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen untersucht. Auch andere Biotechfirmen wie Kuros (+3,5 Prozent) waren gefragt.

Keine Impulse konnte dagegen der Kapitalmarkttag von SPS (-0,6 Prozent) setzen, obwohl das Unternehmen neue Mittelfristziele präsentiert hat. Bei Bystronic (-8,1 Prozent) gingen die Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung der Vorwoche weiter.

cg/cf

(AWP)