Seien zuletzt die Zweifel an der Finanzierung der milliardenschweren KI-Investitionen gewachsen, rückten nun die tatsächlichen Geschäftszahlen und Ausblicke der Unternehmen in den Mittelpunkt, kommentierte ein Marktanalyst. Entscheidend werde sein, ob die Technologiekonzerne ihre hohen Investitionen in die Infrastruktur mit überzeugenden Wachstums- und Ertragsaussichten rechtfertigen könnten.
Kaum Entspannung gab es bei Ölpreisen, auch wenn der Preis für die Nordseeöl-Sorte Brent im Tagesverlauf wieder etwas unter die Marke von 110 Dollar sank. Immerhin weckten die Gespräche zwischen den USA und Russland und das für November geplante Treffen zwischen den USA, Russland und China etwas Zuversicht für die verschiedenen Krisenherde, meinte ein Beobachter.
Auf Tageshoch
Der SMI schloss mit einem Plus von 0,51 Prozent auf 14'552,39 Punkten auf seinem Tageshoch. Von den 20 Titeln im SMI schlossen 16 im Plus und vier im Minus. Der Mid-Cap-Index SMIM legte 0,74 Prozent zu auf 3162,71 Punkte und der breite SPI 0,55 Prozent auf 20'511,44 Punkte. Auch die anderen wichtigen europäischen Börsenplätze schlossen im Plus.
Deutlichste Gewinner im SMI waren Sandoz (+1,8 Prozent), die damit ihren Rekordkurs fortsetzten. Die Titel des Industriekonzerns ABB (+1,2 Prozent) konnten einen Teil der Abgaben vom Vortag wieder aufholen. Die Titel des Industriekonzerns waren am Dienstag trotz einer Wachstumsbeschleunigung im dritten Quartal um 5 Prozent abgesackt.
Im Aufwind waren auch am hiesigen Markt Titel mit Technologiebezug: So schlossen Logitech (+1,6 Prozent) klar im Plus ebenso wie die Titel der Chipindustrie-Zulieferer VAT (+0,9 Prozent) oder Comet (+3,7 Prozent).
Aufwärts ging es auch mit Finanzwerten, wobei Versicherungstitel wie Helvetia Baloise (+1,3 Prozent), Swiss Life (+1,0 Prozent) oder Zurich (+0,8 Prozent) gesucht waren. Aber auch die Bankenwerte UBS (+1,1 Prozent) und Julius Bär (+0,5 Prozent) schlossen im Plus.
Bei den SMI-Schwergewichten legten Nestlé (+0,4 Prozent) vor den am Donnerstag anstehenden Zahlenpublikation leicht zu. Fester gingen die Titel der beiden Basler Pharmariesen Roche (+0,5 Prozent) und Novartis (+0,3 Prozent) aus dem Handel. Roche kündigte neue Daten unter anderem zu einem experimentellen Wirkstoff zur Therapie von MS an.
Alcon (+0,3 Prozent) schlossen leicht im Plus, nachdem der Augenheilkundespezialist am Vorabend die Übernahme des US-Biotechunternehmens Neurotech Pharmaceuticals mitgeteilt hatte. Analysten bezeichneten den Kauf als eine Stärkung des Portfolios, der Preis sei allerdings angesichts der begrenzten Informationen schwer einzuschätzen.
Die Lonza-Titeln (-0,2 Prozent) schlossen leicht im Minus, nachdem sie im Tagesverlauf allerdings zwischenzeitlich noch einen neuen Höchstkurs erreicht hatten. Schwächer gingen auch Galderma (-0,4 Prozent) aus dem Handel, dies trotz neuer Studiendaten zu Ästhetikprodukten.
Adecco profitieren von Randstad
Am breiten Markt schossen die im laufenden Jahr sehr volatilen Aktien des Personalvermittlers Adecco (+9,1 Prozent) in die Höhe. Für Rückenwind sorgten überraschend gute Quartalszahlen des niederländischen Konkurrenten Randstad. Derweil erhielten DKSH (+4,1 Prozent) Rückenwind von einer Ratingerhöhung auf «Outperform» durch Exane BNP.
Zug Estates (-0,9 Prozent) schlossen schwächer, nachdem ein Grossaktionär im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens einen Anteil von rund 6 Prozent veräusserte. Aussagen des Bodenbelags- und Förderbänder-Spezialisten Forbo (Aktien -3,7 Prozent) an einem Kapitalmarkttag wurden von den Investoren negativ aufgenommen.
tp/rw
(AWP)
