Händler sprachen nach den «zuletzt heiss gelaufenen» Börsen von Gewinnmitnahmen. Auch grössere Rücksetzer seien denkbar. Nach der jüngsten Rekordserie an diversen Börsen weltweit beginne für Investoren nun «der erste Faktencheck», so ein anderer Börsianer. «Die Entspannungssignale im Iran-Krieg sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gemengelage im Nahen Osten fragil bleibt und der jüngste Zickzackkurs jederzeit in die nächste Runde gehen könnte.»

Die US-Konjunkturdaten sorgten am Nachmittag nur für geringe Ausschläge. In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche weniger stark gestiegen als erwartet. Dies deute auf einen robusten Arbeitsmarkt hin, so ein Experte. Mit Spannung wird nun der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag erwartet, der weitere Impulse für die künftige Geldpolitik liefern könnte.

SMI leicht im Minus

Der Leitindex SMI schloss am Donnerstag um 0,23 Prozent tiefer auf 14'518,75 Punkten. Im Tageshoch war er bis auf 14'646 Punkte geklettert und damit in die Nähe des Jahreshochs von Ende Juli. Danach verlor der Index aber wieder an Schwung. Der breite SPI fiel um 0,15 Prozent auf 20'445,85 Zähler, während der Mid-Cap-Index SMIM um 0,07 Prozent auf 3192,81 Punkte stieg.

Auch andere europäische Indizes präsentierten sich unterschiedlich. So gewannen der deutsche DAX und der französische CAC 40 leicht dazu, während der FTSE 100 in London tiefer schloss. An der Wall Street notierte der breite Dow Jones am Abend im Minus und die techlastige Nasdaq leicht im Plus.

Die Ölpreise haben derweil wieder etwas angezogen, bleiben aber aif einem relativ moderaten Niveau. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Abend 81,50 US-Dollar (+2,6 Prozent).

Swisscom an der Spitze

Mit Swisscom, Swiss Re und Zurich legten am Donnerstag gleich drei Blue Chips Halbjahreszahlen vor. Grösste Gewinner im SMI waren Swisscom (+4,4 Prozent). Händler erklärten sich das Tagesplus auch mit allgemeinen Kursgewinnen im europäischen Telekomsektor. Auch der Rückversicherer Swiss Re (+0,7 Prozent) konnte die Anleger mit seinen Halbjahreszahlen überzeugen.

Zurich (-3,0 Prozent) fielen hingegen an das Tabellenende. Während Analysten die starke Entwicklung in der Lebensversicherung würdigten, hoben sie die etwas schwächere Entwicklung im Schaden- und Unfallgeschäft hervor.

Zu den grössten Verlierern zählten auch Amrize (-1,7 Prozent), die nach US-Börsenschluss Zahlen vorlegen werden. Die Titel hatten zuletzt einen guten Lauf. Auch Sika (-2,2 Prozent) gaben stärker nach.

Novartis (+0,6 Prozent) stützten derweil den Gesamtmarkt, während Roche unverändert und das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,3 Prozent) leicht tiefer notierten.

Zahlen bewegen breiten Markt

Auch in der zweiten Reihe sorgten Unternehmenszahlen für Kursbewegungen. Bei Adecco (-3,3 Prozent) war die Rede im Markt von Gewinnmitnahmen. Die Aktien der Compagnie Financière Tradition (CFT) verloren ebenfalls 3,0 Prozent. Der Westschweizer Broker hat mit seinen Umsatzzahlen für das erste Halbjahr die Erwartungen verfehlt.

Galenica verloren 1,1 Prozent, während bei Oerlikon (+0,1 Prozent) die Marktreaktion bescheiden ausfiel.

GAM sprangen nach der Zahlenvorlage indes um satte 21,7 Prozent hoch. Der Asset Manager konnte den Mittelabfluss stoppen. Auch die Titel des Börsenneulings Infracore (+1,4 Prozent) waren nach Zahlen gefragt.

Darüber hinaus profitierten Clariant (+3,6 Prozent), Burckhardt Compression (+1,0 Prozent) und Siegfried (+1,8 Prozent) von Analysten-Hochstufungen.

ls/cf

(AWP)