Der zuletzt vorherrschende Optimismus der Investoren hinsichtlich des Ausmasses und der Geschwindigkeit der Zinssenkungen durch das Fed sei übertrieben, warnt denn auch die Onlinebank Swissquote in einem Kommentar. Nach der Weihnachtsparty drohe deshalb ein Kater. In die gleiche Kerbe schlägt der Broker Robomarkets: Zuletzt habe sich bestätigt, dass die Freude auf sinkende Zinsen immer auch mit konjunkturellen Sorgen einhergehe. Diese Konstellation könnte an den Börsen zu einem schwankungsanfälligen, also volatilen, ersten Halbjahr 2024 führen, abhängig vom Tenor der Unternehmensmeldungen und eben den Zinsschritten der Notenbanken.
Der Leitindex SMI notiert um 10.50 Uhr 0,34 Prozent tiefer bei 11'115,19 Punkten. Die Spanne zwischen Tageshoch und Tagestief beträgt weniger als 50 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI büsst 0,25 Prozent auf 1776,51 Punkte ein und der breite SPI 0,21 Prozent auf 14'551,34 Zähler. Unter den 30 SLI-Aktien sind Gewinner und Verlierer je hälftig vertreten.
Schwächster Wert bei den Blue Chips sind Partners Group (-2,0 Prozent auf 1203,50 Fr.), gebremst von einer Rückstufung durch den Broker Baader Helvea direkt auf «Reduce» von zuvor «Buy». Gleichzeitig wurde das Kursziel markant auf 1200 Franken erhöht. Selbst wenn die Anleiherenditen in den nächsten Monaten leicht zurückgehen sollten, gebe es bei den Titeln kein Aufwärtspotenzial in den nächsten 12 Monaten, heisst es zur Begründung.
Unter etwas höherem Abgabedruck leiden noch Kühne+Nagel (-1,6 Prozent). Die Aktien gehören mit einer Jahresperformance von mehr als +35 Prozent allerdings zu den sechs stärksten Titeln unter den 30 grössten. Um je 0,6 Prozent gehen aktuell die Kurse von Swisscom, Swiss Re und Alcon zurück.
Für das negative Vorzeichen des Gesamtmarktes sind allerdings in erster Linie die Schwergewichte Nestlé (-0,6 Prozent), Novartis (-0,5 Prozent) und Roche GS (-0,2 Prozent) verantwortlich. Die GS von Roche werden ihre Negativbilanz von rund -15 Prozent seit Ende 2022 wohl kaum mehr entscheidend verbessern können. Die Inhaberpapiere halten mit einem Jahresminus von rund 27 Prozent gar die rote Laterne unter den 30 wichtigsten Schweizer Aktien.
Die Gewinnerseite wird von Swatch (+1,2 Prozent) und VAT (+0,8 Prozent) angeführt. VAT dürften mit einem Plus von mehr als 65 Prozent auch das Jahresrennen klar zu ihren Gunsten entscheiden.
Lonza (+0,2 Prozent) büssen einen Teil der frühen Gewinne wieder ein, bestätigen mit dem Plus aber dennoch die starke Performance vom vergangenen Freitag im Anschluss an einen positiven Kommentar von Barclays.
Im breiten Markt geben Kuros (-7,0 Prozent) klar nach. Das Biotechunternehmen will sich künftig ganz auf die Weiterentwicklung des Knochentransplantats MagnetOs konzentrieren. Der Produktkandidat Fibrin-PTH soll hingegen nicht weiter entwickelt werden. Mit einem Jahresplus von immer noch über 140 Prozent belegen Kuros allerdings weiterhin mit bequemem Vorsprung auf die nächsten Titel Platz zwei in der Gesamtjahres-Rangliste.
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(AWP)