Insgesamt stelle dieses Wahlergebnis eher einen Wandel der Regierungsführung als einen Wechsel des wirtschaftlichen Regimes dar, erklärt etwa Oddo BHF die moderate Reaktion der Aktienmärkte. Für Investoren könne der Kongress zwar bestimmte Entscheidungen verlangsamen, doch die Exekutive behalte die wichtigsten Hebel für Wirtschaft und Finanzmärkte in der Hand. «Die Investoren betrachten das Ergebnis somit eher als politisches Ereignis denn als wirtschaftlichen Schock.» Auch die VP Bank warnt davor, die Zwischenwahlen zu stark zu bewerten. Denn für die Aktienmärkte sei es historisch betrachtet nämlich nicht so entscheidend gewesen, wer in dieser Wahl wie viele Sitze gewinne oder verliere.

Ölpreise bleiben auf «moderatem» Niveau

Die Ölpreise haben im Vergleich zum Vortag weiter nachgegeben. So kostet das Fass der Nordseesorte Brent derzeit unter 103 US-Dollar. Die Befürchtungen um eine neue Eskalation im Nahost-Konflikt schweben zwar weiter über den Märkten. Dennoch hat sich das Preisniveau des Öls im Vergleich zur letzten Oktoberwoche, als noch Preise zwischen 115 und 118 Dollar bezahlt wurden, markant reduziert.

Der Leitindex SMI zieht bis um 11.00 Uhr um 0,58 Prozent auf 14'827,98 Punkte an. Von den 20 SMI-Titeln notieren 16 höher und 4 tiefer. Der Mid-Cap-Index SMIM legt 0,35 Prozent auf 3235,53 Punkte zu und der breite SPI 0,55 Prozent auf 20'911,40 Punkte.

An der Spitze liegen derzeit UBS (+2,8 Prozent) und knapp dahinter Partners Group (+2,3 Prozent), während bei den Top-50 Julius Bär (+3,0 Prozent) weit oben stehen. Die Titel bewegen sich damit analog zu anderen Banken in Europa. In Marktkreisen wird für diese Stärke unter anderem auf den Wechsel zu «Blau» in den USA verwiesen. So komme es zu Umschichtungen aus den AI-exponierten Bereichen in Bankenwerte. Ausserdem werde mit dem Sieg der Demokraten in beiden Kammern eine expansivere US-Fiskalpolitik schwieriger, was wiederum die langfristigen Inflations- und Zinsrisiken senke.

Guten Gewinn verzeichnen im SMI zudem so unterschiedliche Titel wie Holcim (+2,3 Prozent), Richemont (+2,4 Prozent) oder Logitech (+2,5 Prozent). Dass das Sentiment für Tech-affine Titel negativ wäre, lässt sich zumindest an Logitech derzeit nicht ablesen.

Anders sieht es hingegen bei ABB (-0,8 Prozent), VAT (-1,7 Prozent) oder im breiteren Markt bei Comet (-2,2 Prozent), Inficon (-2,5 Prozent) oder Huber+Suhner (-0,6 Prozent) aus.

Nebst ABB büssen im SMI lediglich noch Sandoz (-0,6 Prozent), Swiss Re (-0,9 Prozent) und ganz knapp Roche (-0,1 Prozent) an Terrain ein.

Barry Callebaut nach Zahlen stark

Eine auffälligere Bewegung verzeichnen nach Zahlen Barry Callebaut (+3,8 Prozent). Der Schokoladehersteller hat vorbörslich insgesamt solide beurteilte Jahreszahlen vorgelegt.

Im breiten Markt geben DSM Firmenich (-0,7 Prozent) nach Zahlen leicht nach. Rieter (+0,7 Prozent) rücken dagegen nach einem neuerlichen abrupten CEO-Wechsel etwas vor.

Steil nach oben geht es für Meier Tobler (+19 Prozent auf 45,10 Fr.). Die Aktie schnellt damit in die Nähe des Preises, den die schwedische Ahlsell in einem Übernahmeangebot bietet (45,50 Fr.).

cf/hr

(AWP)