Denn grundsätzlich habe sich nichts daran geändert, dass die Märkte weiterhin am Tropf des Ölpreises und der Anleiherenditen hängen. «Beide zusammen bestimmen derzeit die Sauerstoffzufuhr der Aktienmärkte.» Und tatsächlich haben beide zum Wochenschluss leichte Entspannungssignale ausgesandt: US-Präsident Donald Trump hatte am Vorabend erklärt, den Iran vor den Zwischenwahlen Anfang November nicht anzugreifen zu wollen - vielmehr seien die Gespräche mit Teheran «konstruktiv».

Daraufhin gaben die Ölpreise zuletzt nach, was die Inflationsgefahren wieder etwas dämpft. Zudem haben in allen wichtigen Ländern der Eurozone die Renditen deutlich nachgegeben. Besonders deutlich war der Rückgang in Frankreich, wo der Anleihenmarkt angesichts der Verschuldungsentwicklung und der politischen Instabilität zuletzt stark unter Druck stand und die Renditen entsprechend in die Höhe schossen.

Der SMI gewinnt gegen 11.05 Uhr 1,03 Prozent hinzu auf 13'777,35 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 1,08 Prozent auf 3066,61 Punkte und der breite SPI um 0,99 Prozent auf 19'529,38 Punkte.

SMI-Einzelwerte allesamt im Plus

Alle 20 SMI-Einzelwerte weisen positive Vorzeichen auf. Dabei reicht die Spanne von +0,01 Prozent bei Sandoz bis +3,0 Prozent bei Sika. Der Bauchemiekonzern übernimmt die britische Azpects Group und baut damit sein Geschäft im Landschaftsbau aus.

Mit Amrize, Geberit und Holcim, die um bis zu 2,4 Prozent steigen, gewinnen noch weitere baunahe Werte hinzu. Gerade konjunktursensible Titel hatten in dieser Woche einen schwachen Stand, was die Vermutung von Schnäppchenjägern unterstützt.

Rückenwind kommt auch von den beiden Pharmaschwergewichten Roche (PS +1,3 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent). Bei Roche sorgt die Zulassung durch die FDA für die Immuntherapie Tecentriq (Atezolizumab) zur die Behandlung einer bestimmten Form von Dickdarmkrebs für etwas Rückenwind.

Partners Group (+1,4 Prozent) wiederum punktet mit einer neue lancierten globalen Anlagestrategie für private Kredite. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (+0,2 Prozent) will seine Investitionen in Mexiko laut Angaben der dortigen Regierung auf zwei Milliarden US-Dollar verdoppeln. Die Aktie hat aber ihren anfänglichen Schwung nicht halten können.

Im SMIM wiederum stechen Swisscom (-2,9 Prozent) und Sunrise (-2,0 Prozent) heraus. Händler verweisen auf eine generelle Branchenschwäche, nachdem der Technologiekonzern SpaceX von Elon Musk Lizenzen für ein Niedrigbandspektrum gekauft hat und mit diesem und seinen Starlink-Satelliten zum Anbieter landesweiter Mobilfunkdienste werden will.

Etwas uneinheitlich tendieren derweil die Techwerte. Die ausgeprägte Schwäche der Branchenkollegen in New York schwappt damit nicht wirklich über. Offenbar könnte der Umsatz des KI-Konzerns OpenAI im Gesamtjahr geringer ausfallen als zuvor erwartet. Während Ams Osram (-1,2 Prozent) und Comet (-0,2 Prozent) nachgeben, gewinnen Inficon (+0,4 Prozent) und VAT (+0,2 Prozent) leicht hinzu.

Klar aufwärts geht es unterdessen für Adecco (+4,2 Prozent). Hier verweisen Händler auf die jüngsten Branchendaten, die für eine gewisse Zuversicht für die in einem Monat anstehenden Quartalszahlen sorgten.

hr/uh

(AWP)