Die Börsen in Asien haben zum Wochenstart ihre Konsolidierung fortgesetzt, wie ein Marktbeobachter festhält. Insbesondere die zuletzt heiss gelaufenen Techwerte standen erneut unter Verkaufsdruck. «Die Investoren hängen derzeit zwischen Baum und Borke und jagen der Frage nach, ob sich der Halbleiterzyklus weiter fortsetzen kann oder aber eine stärkere Korrektur in diesem Sektor bevorsteht», so ein Experte.
Die Vorzeichen für die US-Börsen, die am Freitag feiertagsbedingt geschlossen waren, sind derweil leicht positiv. Ausserdem blieben grosse Störfeuer im Nahen Osten über das Wochenende aus. Die Ölpreise notieren denn auch nur noch knapp über 71 Dollar und damit wieder unter Vorkriegsniveau. Allerdings bleibt die Lage im Nahen Osten fragil. Gleichzeitig laufen die Diskussion um US-Zölle und Industriepolitik weiter.
SMI ohne Schwung
Der Leitindex SMI notiert gegen 11.00 Uhr um 0,13 Prozent tiefer auf 14'405,94 Punkten. In den ersten Handelsminuten setzte er die Rekordmarke auf nun 14'464 Punkte, fiel danach aber wieder zurück. Von den 20 Titeln stehen 12 im Plus und 7 im Minus, während Partners Group unverändert notieren.
Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 0,32 Prozent auf 3195,10 Punkte zurück und der breite SPI um 0,16 Prozent auf 20'294,98 Punkte. Die anderen europäischen Indizes wie der deutsche Dax und der französische Cac notieren derweil leicht im Plus.
Diese Woche dürfte noch vergleichsweise ruhig verlaufen, bevor dann in der kommenden Woche die Berichtssaison zügig Fahrt aufnimmt. In den USA legen diese Woche mit PepsiCo und Levi's konsumorientierte Unternehmen ihre Geschäftszahlen vor.
Zudem steht das Protokoll der letzten Fed-Sitzung an - der ersten unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh. Zu seinen zentralen Nachrichten gehörte ein Schwerpunkt auf «Preisstabilität» sowie eine Anpassung der Kommunikationsstrategie des Fed. Im Markt wird daher eine falkenhafte Haltung erwartet.
Techausverkauf geht weiter
Die grössten Verlierer sind derzeit die zuletzt heiss gelaufenen Techwerte. Dies zeigt sich bei ABB (-2,5 Prozent) und VAT (-4,1 Prozent), wie auch im breiten Markt bei Huber+Suhner (-5,9 Prozent), Comet und Inficon (je -3,9 Prozent) sowie AMS Osram (-3,3 Prozent).
Als Bremse für den SMI erweisen sich die schwergewichteten Pharmariesen Novartis (-0,1 Prozent) und Roche (-0,9 Prozent). Bei den beiden Pharmariesen gab es Ratingsenkungen. Ausserdem hat Novartis die Übernahme des britischen Biotechunternehmen Myricx angekündigt. Nestlé (+0,3 Prozent) stehen derweil leicht im Plus.
Versicherer gesucht
Auf der anderen Seite sind am Montag die Versicherer Swiss Life, Swiss Re und Zurich gefragt, die um bis zu 1,9 Prozent zulegen. Auch europaweit sind Branchenvertreter gesucht. Laut Händlern rücken Versicherungsprodukte zu Beginn einer sich erholenden Konjunktur wieder stärker in den Fokus der Konsumenten.
Die Gewinnerliste führen derweil Lonza (+2,2 Prozent) an. Auch Alcon (+1,0 Prozent) sind gefragt.
Ausserdem setzen Julius Bär (+1,2 Prozent) mit Kurszielerhöhungen ihren Rekordlauf der Vorwoche fort. Die CFO-Nachfolge sorgte am vergangenen Freitag bereits für Schwung.
In den hinteren Reihen sorgen Analysten für Bewegung. So springen Oerlikon nach einer Rating-Erhöhung durch Oddo BH um 7,6 Prozent an. Seinen Optimismus begründet der Experte unter anderem mit sich aufhellenden Endmärkten. Auch bei Schweiter (+2,2 Prozent), Also (+2,6 Prozent) und EMS (-2,2 Prozent) bewegen Analysten.
Bitcoin wieder gefragt
Der Bitcoin hat seine Erholung zum Wochenstart fortgesetzt und zeitweise knapp 64'000 US-Dollar erreicht. Rückenwind erhält die Kryptowährung von nachlassenden Zinssorgen in den USA, die die Risikobereitschaft der Anleger wieder steigen lassen. Zudem nutzten viele Investoren den jüngsten Rücksetzer wohl als Einstiegsgelegenheit, so ein Marktbeobachter.
ls/cg
(AWP)
