Neben dem Nahost-Konflikt führen insbesondere die verschärften US-Drohungen gegen Handelspartner des Irans zu Nervosität. Washington stellt Sekundärsanktionen und einen möglichen Ausschluss aus dem US-Dollar-System in Aussicht. «Entscheidend ist nun, welche Kollateralschäden die neuen Sekundärsanktionen verursachen», sagte ein Marktbeobachter.

Im weiteren Wochenverlauf dürften vor allem die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwochabend sowie das Notenbanktreffen in Jackson Hole zum Wochenende die Richtung vorgeben. Von dort erhoffen sich die Anleger neue Hinweise auf die US-Geldpolitik.

Ölpreis kommt zurück

Der Ölpreis gibt derweil etwas nach, bleibt angesichts der Unsicherheit rund um den Nahost-Konflikt aber auf erhöhtem Niveau. Ein Fass der Sorte Brent kostet am Dienstagvormittag gut 91 US-Dollar und damit rund 1 Prozent weniger als am Vortag. Gleichzeitig setzt Bitcoin seinen jüngsten Höhenflug fort und steigt über 80'000 Dollar auf den höchsten Stand seit Mitte Mai. Gold und Silber tendieren nach den jüngsten Avancen dagegen etwas leichter.

Der SMI steht gegen 10.50 Uhr 0,12 Prozent höher bei 14'464,43 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM gewinnt 0,41 Prozent auf 3174,46 Punkte, der breite SPI 0,22 Prozent auf 20'356,56 Punkte. Auch andere europäische Börsen wie der Dax und der CAC 40 notieren im Plus.

Im Leitindex stehen derzeit 14 Gewinner sechs Verlierern gegenüber. An der Spitze liegen Logitech (+1,9 Prozent). Auch ABB (+1,7 Prozent) erholen sich deutlich von den Verlusten des Vortags.

Grösster Verlierer unter den Blue Chips ist Amrize (-2,2 Prozent) nach dem überraschenden Abgang des Finanzchefs.

Nestlé (-0,5 Prozent) tendieren ebenfalls leichter. Marktbeobachter verweisen auf eine Branchenschwäche, die auch Barry Callebaut und Lindt (je -0,7 Prozent) erfasst hat.

Tech-Werte im Aufwind

Im Vorfeld der Nvidia-Zahlen erholen sich Technologiewerte von ihrem schwachen Vortag. Halbleitertitel wie VAT, Comet und Inficon legen um jeweils mehr als 2 Prozent zu, AMS Osram gewinnen sogar 5,5 Prozent.

Zudem rücken in der zweiten Reihe Swissquote (+1,2 Prozent) vor. Die Onlinebank profitiert von den weiter steigenden Preisen am Kryptomarkt.

Von Halbjahreszahlen beflügelt werden TX Group (+4,9 Prozent) und in noch stärkerem Ausmass SMG (+9,5 Prozent). Sowohl der Medienkonzern als auch die Betreiberin von Online-Marktplätzen haben nach Einschätzung von Analysten starke Zahlen vorgelegt. Weiter meldete die TX Group den Ausbau der Anteile an SMG auf 31,4 Prozent.

Auch die Titel der Genfer Kantonalbank (+3,7 Prozent) ziehen nach einem markanten Gewinnanstieg im ersten Semester an. Die Liechtensteiner VP Bank (+1,4 Prozent) hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr ebenfalls kräftig gesteigert.

In die andere Richtung geht es für Orior (-9,5 Prozent), die nach einer Prognosesenkung einbrechen. Unter Druck stehen zudem die Titel des Biotechunternehmens Molecular Partners (-4,0 Prozent). Demgegenüber konnte Arbonia (+0,3 Prozent) die starken Auftaktsverluste im Verlauf eingrenzen.

Zudem sorgen Analystenkommentare für Bewegung: DKSH (-3,8 Prozent) geben nach einer Rückstufung durch Berenberg deutlich nach. SIG (+2,1 Prozent ) profitieren dagegen von einer bekräftigten Kaufempfehlung durch UBS.

Volatil zeigen sich Leonteq nach der Einladung zu einer ausserordentlichen GV, an der es unter anderem um ein Aktienrückkaufprogramm gehen wird. Aktuell notiert der Kurs im Minus (-2,3 Prozent), zeitweise hatte er aber auch klar im Plus gestanden.

an/rw

(AWP)