Auslöser für den neuerlichen Abverkauf in der Technologiebranche waren nicht zuletzt die jüngsten US-Konsumentenpreise am gestrigen Mittwochnachmittag. Und im Tagesverlauf stehen mit den US-Produzentenpreisen dann weitere Preisdaten aus den USA auf der Agenda. Aber auch die US-Detailhandelsumsätze und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe dürften stark erachtet werden. Ein Händler spricht vom «nächsten harten Realitätscheck für die amerikanische Zinslandschaft».

SMI erneut im Plus

Der SMI gewinnt um 11.15 Uhr 0,30 Prozent auf 14'172,17 Punkte, wobei sich 16 Gewinner und 4 Verlierer gegenüberstehen. Seit vergangenem Freitag ist das Barometer damit um etwa 4 Prozent gestiegen. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 0,34 Prozent auf 309,59 und der breite SPI um 0,24 Prozent auf 20'004,05 Punkte.

Das Gewinnerfeld im Auswahlindex SMI führen aktuell Lonza (+2,5 Prozent) an. Nach dem am Vorabend abgehaltenen Kapitalmarkttag haben sich diverse Analysten wohlwollend zu dem Pharmazulieferer geäussert. Mit Novartis (+0,8 Prozent) und etwas weiter hinten Roche (+0,2 Prozent) unterstützen noch weitere Gesundheitswerte den Gesamtmarkt.

Auch Schwergewicht Nummer drei, Nestlé (+0,8 Prozent) sicher den Markt ab. Daneben finden sich aber auch eher zyklische Vertreter wie Geberit, Sika oder Amrize mit Avancen von bis zu 2,1 Prozent unter den Favoriten.

Die drei Versicherer Zurich, Swiss Life und Swiss Re gewinnen bis zu 2,4 Prozent hinzu und sind damit auch gesucht. Diese Papiere dienten in dem von KI-Sorgen geprägten Marktgeschehen neben de Schwergewichten als weitere «Fluchtmöglichkeit» in eine als sicher geltende Anlagekategorie, heisst es im Handel. Die Versicherer zeichnen sich zumeist durch attraktive Dividendenrenditen aus.

Nach einem kurzen Abstecher in die Verlustzone sind auch Richemont (+0,2 Prozent) wieder knapp im Plus. Laut Bloomberg führen der Luxusgüterkonzern und der US-Einzelhändler Signet Jewelers Gespräche, um den Diamantenproduzenten De Beers zu übernehmen.

Ausverkauf bei Techis

Die rote Laterne im SMI halten ABB (-4,2 Prozent) und Logitech (-1,2 Prozent), die den schwachen Vorgaben aus der Technologiebranchen folgen. Ebenfalls deutlich abwärts geht es im SMIM für VAT (-5,6 Prozent) ab - trotz Rekord beim Q3-Auftragseingang und erhöhtem 2027er Ausblick.

Auch die Techwerte aus den hinteren Reihen wie AMS Osram, Inficon oder Comet brechen mit bis zu -5,1 Prozent regelrecht ein. Ihre KI-Nähe bremst auch Belimo (-3,4 Prozent) oder Accelleron (-2,9 Prozent) aus.

Händler warnen denn auch, dass diese Verluste ein Warnsignal seien. Denn immerhin habe der taiwanische Halbleiterkonzern TSMC besser als erwartet abgeschnitten, konnte aber keine nachhaltigen Kaufimpulse auslösen. «Stattdessen nutzen Anleger offenbar jede Gelegenheit, um ihre Engagements im Technologiesektor zu reduzieren. Wenn selbst gute Nachrichten nicht mehr gekauft werden, sondern zum Ausstieg genutzt werden, ist das ein deutliches Warnsignal für die Börsen.»

Generell macht der Börsianer eine gefährliche Asymmetrie in dieser Berichtssaisonaus: «Gute Ergebnisse werden kaum noch belohnt, schlechte dagegen umso härter bestraft.»

Im breiten Markt fallen noch Cicor (-7,7 Prozent) und Kuros (-2,1 Prozent) nach Zahlen mit zum Teil deutlichen Abgaben auf.

Zu den positiven Ausreissern zählen derweil DocMorris (+2,3 Prozent). Die Online-Apotheke hat mit ihren Umsatzzahlen zum dritten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Zudem erreichte das Unternehmen früher als erwartet die Gewinnschwelle beim bereinigten EBITDA und erhöhte die Jahresprognose.

hr/ra

(AWP)