«Damit dürften die zuletzt am Markt aufgekommenen Spekulationen über einen weicheren geldpolitischen Kurs zunächst vom Tisch sein», heisst es in einem Kommentar von CMC Markets. Die US-Notenbank habe deutlich gemacht, dass sie die Inflation weiterhin als grösste Herausforderung betrachte. Gleichzeitig sehen Marktteilnehmer den Schritt aber nicht nur als Reaktion auf die hartnäckige Teuerungsrate, sondern auch auf gestiegene Zweifel des Anleihemarktes an der Entschlossenheit der Währungshüter. Entsprechend werten Investoren die Erhöhung auch als eine Entscheidung für den Markt und gegen Donald Trump. Der US-Präsident fordert von der Federal Reserve seit Langem deutlich niedrigere Leitzinsen. Zuletzt drohte er mit einem Handelsstopp mit bestimmten Ländern, sollte die Notenbank ihre Geldpolitik nicht lockern.
Unterstützung kommt am Handelstag auch von den rückläufigen Energiepreisen. Die Ankündigung Saudi-Arabiens, Öl über den Oman zu exportieren, nimmt etwas Druck aus dem Rohölmarkt und damit zumindest kurzfristig auch aus der Inflationsdebatte.
Der SMI gewinnt gegen 11.00 Uhr 0,27 Prozent hinzu auf 13'906,75 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 0,96 Prozent auf 3049,40 Punkte und der breite SPI um 0,37 Prozent auf 19'630,16 Zähler.
UBS im Fokus
Erneut besetzen ABB (+1,3 Prozent) die Poleposition im SMI. Es folgen Logitech, die UBS und Novartis mit Avancen von bis zu 1,2 Prozent. Gerade die Aktien der UBS haben sich damit im Handelsverlauf klar nach oben abgesetzt. Der Ständerat befasst sich am heutigen Donnerstag mit Lehren aus dem CS-Debakel. Er entscheidet über die umstrittenen künftigen Eigenkapitalregeln für systemrelevante Banken mit Auslandsbeteiligungen.
Anders als Novartis gibt das zweite Pharma-Schwergewicht Roche (-0,7 Prozent) nach - am Vortag noch hatten die Aktien zum Gewinnerfeld gehört. Zwar hat Roche am Morgen positive Studiendaten vorgelegt, da das Mittel aber bereits zugelassen ist, werten Analysten die Daten nur als bedingt einflussreich.
Schwergewicht Nummer drei, Nestlé, bewegt sich unterdessen mit +0,3 Prozent mit dem Markt.
Etwas uneinheitlich reagieren die Uhrenhersteller Richemont (+0,5 Prozent) und Swatch (-0,4 Prozent) auf die jüngsten Exportdaten der Branche. Dabei sehen Analysten die Daten als durchaus stützend für beide Titel.
Neben Roche geben bei den Blue Chips mit Alcon, Givaudan und der Swisscom noch weitere eher defensive Vertreter nach. Die Abgaben liegen zwischen 0,2 und 1,0 Prozent.
Zu den grössten Gewinnern im SMIM zählen derweil die Aktien von Helvetia Baloise (+3,9 Prozent). Der Versicherer hat Halbjahreszahlen vorgelegt, die laut Vontobel klar über den durchschnittlichen Markterwartungen lagen. Auch bei den Synergien habe die zusammengeschlossene Gruppe stark abgeschnitten.
Aber auch Sandoz (+1,7 Prozent) und Galderma (+0,8 Prozent) zählen zu den grösseren Gewinnern. Die beiden Aktien werden ab der kommenden Woche im SMI vertreten sein.
Analysten sorgen für Bewegung
In den hinteren Reihen sorgen am Berichtstag Analystenkommentare für einige Bewegung. Bei Rieter (-16 Prozent) hat die UBS die Reissleine gezogen und empfiehlt die Papiere neu zum Verkauf. Auch bei Ypsomed (-2,2 Prozent) und Medacta (-1,4 Prozent) sorgen zurückhaltende Analystenkommentare für Abgaben.
Derweil sind MCH (+4,2 Prozent) sowie Aevis (+2,9 Prozent) nach Zahlen gesucht.
hr/cg
(AWP)
