Im Fokus bleibt vor allem der Ölpreis. Brent ist von den frühen Hochs etwas zurückgekommen und notiert aktuell bei rund 105,70 Dollar je Fass. Hoffnung macht am Markt, dass die diplomatischen Bemühungen im Konflikt zwischen den USA und Iran weitergehen. Gleichzeitig verharren die US-Renditen auf hohem Niveau. «Der Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen scheint aber keine reine Inflationsgeschichte zu sein», heisst es bei Swissquote. Auch robuste Wachstumserwartungen und ein restriktiverer Fed-Ausblick spielten eine Rolle.
Hierzulande signalisiert das KOF-Konjunkturbarometer für September weiterhin günstige Konjunkturaussichten. Besonders positiv entwickelten sich Industrie, Dienstleistungen und Bau. In den USA stehen am Nachmittag Daten zum Konsumentenvertrauen und zum Arbeitsmarkt auf dem Programm. Am Markt ist von einem «makroökonomischen Stresstest» die Rede.
SMI fester
Der SMI steht gegen 11.00 Uhr 0,49 Prozent höher bei 14'011,67 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM tritt mit +0,01 Prozent auf der Stelle bei 3'107,83 Punkten und der breite SPI zieht um 0,45 Prozent an auf 19'847,04 Punkte.
Von den 20 SMI-Werten notieren 16 im Plus und lediglich vier im Minus. Am deutlichsten gewinnen Logitech (+2,8 Prozent), Galderma (+2,6 Prozent) und Richemont (+2,6 Prozent). Letztere hat JPMorgan nach der jüngsten Kursschwäche auf die «Positive Catalyst Watch»-Liste gesetzt.
Auf der Verliererseite setzen Roche PS (-0,8 Prozent) ihre Talfahrt nach dem gestrigen «Pharma Day» fort. Auch Nestlé (-0,1 Prozent) bieten dem Leitindex keine Unterstützung.
Lindt brechen ein, Julius Bär auf Rekordhoch
Einen Kurssturz erleben Lindt & Sprüngli (-8,0 Prozent). Der Schokoladenhersteller hat seine Prognose für das Umsatzwachstum im laufenden Jahr deutlich gesenkt. Bei Vontobel wird darauf verwiesen, dass Lindt die Guidance damit bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr anpassen musste. Dies untergrabe das Vertrauen in die Prognosefähigkeit des Unternehmens. Barry Callebaut (-2,5 Prozent) geraten in Sippenhaft.
In die entgegengesetzte Richtung geht es bei Julius Bär (+7,9 Prozent), die zeitweise auf ein Rekordhoch steigen. Die Bank kann von regulatorischer Seite einen Schlussstrich unter die Signa-Affäre ziehen. Laut Analysten fällt mit dem Abschluss des Finma-Verfahrens «eine grosse Last» von den Aktien. Zudem rückt die Aussicht auf mögliche Aktienrückkäufe wieder stärker in den Vordergrund.
Technologiewerte gesucht
Gefragt sind auch Technologiewerte. VAT (+2,4 Prozent), Inficon (+3,2 Prozent) und Comet (+4,7 Prozent) erholen sich nach den Abgaben vom Vortag kräftig und profitieren dabei von einer breiten Gegenbewegung im europäischen Halbleitersektor.
Besonders stark ziehen im Sektor AMS-Osram (+6,1 Prozent) an. Für Fantasie sorgen mögliche Anwendungen im Bereich optischer Verbindungen für KI-Rechenzentren. Dabei wird dem Unternehmen insbesondere bei sogenannten Scale-up- und Scale-out-Anwendungen Potenzial zugeschrieben.
DocMorris (+2,6 Prozent) setzen ihre Erholung ebenfalls fort. Die Titel profitieren wie schon am Vortag von der Prognoseerhöhung des Konkurrenten Redcare Pharmacy. Bei den Nebenwerten knüpfen zudem Calida (+6,1 Prozent) an ihre Vortagesgewinne an. Rückenwind geben weiterhin die angekündigte grosszügigere Ausschüttungspolitik und das Aktienrückkaufprogramm.
Auf der anderen Seite geben Accelleron (-2,1 Prozent) nach, nachdem Barclays die Abdeckung der Titel mit «Underweight» aufgenommen hat. Ebenfalls unter Druck stehen Straumann (-2,2 Prozent). Hier belasten vorsichtige Analystenkommentare im Vorfeld der Zahlen zum dritten Quartal.
an/hr
(AWP)
