Grundsätzlich sei die Stimmung an den Märkten aber weiter von Vorsicht geprägt, heisst es im Handel. Immer wieder wird dabei auf Künstliche Intelligenz verwiesen. «Die Anleger zweifeln zunehmend daran, ob die enormen Investitionen tatsächlich ausreichende Renditen abwerfen werden», sagte ein Händler. Besonders kritisch werde der steigenden Kapitalbedarf und die zunehmende Verschuldung gesehen. Diese Woche kommt noch ein weiteres Unsicherheitselement dazu. So wird die US-Notenbank Fed am Mittwochabend ihren nächsten Zinsentscheid bekannt geben, am Donnerstag folgt dann die EZB.
Gesundheit gesucht
Der SMI gewinnt um 11 Uhr 0,22 Prozent auf 14'494,51 Punkte, wobei das Tageshoch bei 14'523 und das -tief bei 14'462 liegt. Insgesamt stehen sich 11 Gewinner und sieben Verlierer gegenüber, zwei Titel (Swiss Life, Holcim) sind unverändert. Der Mid-Cap-Index SMIM avanciert um 0,63 Prozent auf 3176,43 Punkte etwas stärker, der breite SPI gewinnt um 0,28 Prozent auf 20'444,71 Punkte.
Klare Bewegungen in unterschiedliche Richtungen gibt es bei den grossen Pharmawerten Roche (PS +1,1 Prozent)) und Novartis (-0,5 Prozent). Bei Roche werden vor allem positive Daten für das Medikament Divarasib im Bereich Lungenkrebs ins Feld geführt, aber auch weitere Daten etwa mit Sefaxersen gegen die chronische Nierenkrankheit IgA-Nephropathie.
Novartis hat derweil durchzogene Detaildaten für seinen MS-Hoffnungsträger Remibrutinib vorgestellt. Bei der Schubreduktion verfehlte das Mittel die Erwartungen, überzeugt aber bei der Verlangsamung der Behinderung und mit geringen Nebenwirkungen. Novartis wird am (morgigen) Dienstag Quartalszahlen präsentieren.
Angeführt wird das SMI-Feld mit Sandoz (+2,1 Prozent) von einem weiteren Gesundheitswert. Die Generika-Herstellerin wird am Mittwoch die Umsätze für das dritte Quartal veröffentlichen. Die Aktie, die seit wenigen Wochen im SMI vertreten ist, ist mit Abstand grösster Gewinner im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von über 40 Prozent.
Mit Galderma (+1,3 Prozent) ist ein weiterer Titel aus diesem Sektor weit vorne zu finden. Händler verweisen dabei auf die defensive Ausrichtung dieses Segments. «Defensiv ist seit einigen Wochen gefragt und davon profitieren diese Titel deutlich», sagte ein Händler.
Unter den Topwerten ist mit Geberit (+1,5 Prozent) auch ein Bauwert. Mit Sika (-2,0 Prozent) ist allerdings auch ein Bauwert das SMI-Schlusslicht. Das Innerschweizer Unternehmen hatte am Freitag Q3-Zahlen präsentiert, die zu einigen Gewinnmitnahmen geführt hatten. Dieser Trend geht nun in der neuen Woche weiter.
Knapp vor Sika bewegen sich Logitech (-1,1 Prozent). Der Computer-Zubehörhersteller wird am späten Dienstagabend Quartalszahlen vorlegen, wobei laut Händlern dann schon der Ausblick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft im Fokus stehen dürfte.
Zahlen wird es diese Woche auch noch von Amrize (+1,0 Prozent) und UBS (+0,8 Prozent) geben. Heute hat die Wirtschafskommission des Nationalrats (WAK-N) ihre Beratungen über das Bankengesetz bzw. die notwenige Eigenkapitalausstattung gestartet.
Bei den SMIM-Werten sind Swissquote (+3, Prozent), Kühne+Nagel (+2,8 Prozent) und Flughafen Zürich (+1,7 Prozent) besonders gefragt, zuhinterst stehen Straumann (-1,0 Prozent).
Im breiten Markt legen unter anderem Idorsia (+4,2 Prozent) deutlich zu. Das Pharmaunternehmen will sein Schlafmittel Quviviq künftig auch als mögliche Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen untersuchen. Und bei Kuros (+5,9 Prozent) geht die jüngste Erholung nach guten Q3-Zahlen weiter.
Aryzta (+0,4 Prozent) hat derweil den Abbau von rund 600 Stellen in Deutschland bekannt gegeben.
uh/rw
(AWP)
