Die Börsen werden weltweit aktuell von Inflations- und damit Zinssorgen belastet. Der Brent-Preis erreichte in der Nacht fast die Marke von 110 Dollar - ein Niveau wie zuletzt im Mai. Derzeit notiert er wieder etwas tiefer auf rund 105 Dollar. Nachdem die EZB ihre Zinsen am Vortag erhöht und auch die Inflationsprognosen angehoben hat, steht nun als nächstes die US-Notenbankentscheidung am kommenden Mittwoch an.

Den letzten Hinweis auf eine mögliche Leitzinserhöhung durch das Fed sollen die US-Inflationdaten am Nachmittag geben. «Die heutigen Preisdaten dürften einer der letzten in einer Reihe von Datenpunkte sein, die allesamt auf eine gewisse Erhitzung der Inflation deuten - und darin ist wohlgemerkt der jüngste Anstieg der Energiepreise noch nicht zu sehen», kommentierte eine Händlerin.

Beim Krieg zwischen den USA und dem Iran ist derweil keine Entspannung in Sicht. US-Präsident Donald Trump setzt vor den näher kommenden Zwischenwahlen seine Bemühungen fort, den Iran von seinen Finanzierungsquellen abzuschneiden. Finanzminister Scott Bessent kündigte für kommenden Montag Sanktionen gegen «eine grosse Bank» an. Zudem haben die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen jemenitischen Regierungsquellen zufolge eine strategisch gelegene Insel in der Meerenge Bab al-Mandab erobert.

SMI von Novartis gestützt

Der Schweizer Leitindex SMI legt gegen 11.00 Uhr um 0,61 Prozent auf 13'824,54 Punkte zu und steht damit in etwa auf Tageshoch. Dennoch steuert der Leitindex nach den verlustreichen Vortagen auf ein deutliches Wochenminus von knapp 4 Prozent zu.

Der Mid-Cap-Index SMIM gewinnt 0,52 Prozent auf 3045,77 und der breite SPI 0,50 Prozent auf 19'507,39 Zähler. Auch die anderen wichtigen europäischen Indizes wie der deutsche Dax oder der französische Cac-40 notieren höher.

Zu den Gewinnern im SMI zählen zum Wochenschluss Bauwerte wie Amrize (+1,3 Prozent), Sika (+0,7 Prozent) und Geberit (+0,6 Prozent). Diese hatten in den letzten Tagen aufgrund der schlechten Marktstimmung verloren.

Auch Novartis (+1,1 Prozent) zeigen eine Stabilisierung nach dem Einbruch zu Wochenbeginn und stützen damit den Gesamtmarkt. Die beiden anderen Schwergewichte Roche (+0,5) und Nestlé (-0,1 Prozent) notieren unterschiedlich. Branchenkollegen Barry Callebaut (-1,5 Prozent) und Lindt+Sprüngli PS (-1,1 Prozent) geben deutlicher nach.

UBS und Versicherer gefragt

Gesucht sind zudem UBS (+1,5 Prozent) sowie die Versicherer Swiss Re (+0,9 Prozent), Swiss Life und Zurich (je +0,7 Prozent).

Schlusslicht sind indes Partners Group (-0,8 Prozent) sowie Kühne+Nagel (-0,9 Prozent), die am Vortag als «Kriegsprofiteure» zu den grössten Gewinnern gezählt hatten.

Ypsomed nach Abstufung unter Druck

In der zweiten Reihe fallen Ypsomed (-6,4 Prozent) negativ auf. Die UBS hat die Titel wegen gesunkener Erwartungen an das Novo-Nordisk-Abnehmmedikament CagriSema, für das Ypsomed Autoinjektoren liefert, auf «Neutral» von «Buy» abgestuft.

Die Titel des Flughafens Zürich (+1,5 Prozent) gewinnen dazu, nachdem der grösste Flughafen der Schweiz am Vorabend steigende Passagier- und Kommerzumsatzzahlen im August bekanntgegeben hat. Auch Avolta (+0,9 Prozent) notieren höher. Der Reisedetailhändler hat am Vorabend eine Ausweitung seines Angebots am Flughafen Brasília angekündigt.

Einen Erholungsversuch zeigen auch Techwerte wie VAT (+1,3 Prozent), Comet (+1,1 Prozent) und AMS Osram (+2,2 Prozent) nach den Verlusten vom Vortag. Der US-Software- und Datencenter-Konzern Oracle hat im ersten Geschäftsquartal kräftig von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert.

ls/to

(AWP)