Waller hat die Erwartungen der Marktteilnehmer klar verändert: Gingen davor gemäss dem Fed-Watch-Tool von CME zwei Drittel der Befragten von steigenden Zinsen aus, ist es jetzt nur noch die Hälfte. Entsprechend richten sich die Blicke der Anleger am Freitag auf den US-Arbeitsmarktbericht für den Monat August, der am Nachmittag publiziert wird. Diese Daten sind ein Leitwert zum Zustand der US-Wirtschaft und liefern der Notenbank Fed Anhaltspunkte, wenn es um die Festsetzung der Leitzinsen geht. Bis dahin werden die Anleger aber wohl eher auf der Bremse stehen.

Störfeuer für die Börsen könnte jederzeit aus dem Nahen Osten kommen: Die Lage am Ölmarkt bleibt durch den wieder hochgekochten Iran-Krieg angespannt. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent hält sich auf dem höchsten Niveau seit Juni. Die Rohölpreise stehen bei den Börsianern nach Abschluss der Berichtssaison wieder klar im Fokus.

Die Bank Julius Bär berechnet den Swiss Market Index gegen 08.10 Uhr um 0,28 Prozent höher bei 14'435 Punkten. Die Aufschläge im SMI bewegen sich mehrheitlich im Rahmen zwischen plus 0,1 und 0,2 Prozent.

Bis dato hat der Leitindex im statisch betrachtet schwierigen September um gut ein Prozent zugelegt. Für diese Gewinne stehen insbesondere die Novartis-Papiere Pate, die im Nachgang von positiven Studiendaten haussiert hatten. Am Freitag sind es aber die PS von Roche, die mit plus 0,9 Prozent ihren Rückstand auf den Rivalen weiter schliessen.

Ohne Nachrichten stehen Amrize 1,6 Prozent höher. Auch hier geht die Stabilisierung vom Vortag weiter. Stützen könnten Käufe des Managements, ergänzten Marktbeobachter.

Mit Kühne+Nagel geht es vorbörslich um 2,9 Prozent nach unten. Denn Morgan Stanley hat seinen Daumen über den Aktien des Logistikers gesenkt und empfiehlt diese mit dem Votum «Underweight» neu zum Verkauf. Und für Vontobel (-1,9 Prozent) hat die ZKB ihr Urteil auf «Untergewichten» gesenkt.

ra/to

(AWP)