Die Nervosität am Markt habe wieder spürbar zugenommen, meinte ein Händler. Zwar hofften die Anleger weiterhin auf Zinssenkungen im kommenden Jahr; doch nun würden die gesunkenen Renditen vermehrt als Zeichen dafür gewertet, dass die Wirtschaft 2024 stärker ins Stocken geraten wird als bisher befürchtet. Ein Beispiel dafür war am Vortag der rückläufige Gewinn von Fedex. Der Logistik-Konzern gilt nämlich als Indikator für die US-Konjunkturaussichten. Das hohe Zinsniveau beginne mit einer gewissen Verzögerung nun der Wirtschaft zunehmend zu schaden, meinte ein Händler.
Der von der Bank Julius Bär vorbörslich berechnete SMI notiert gegen 08.15 Uhr um 0,40 Prozent tiefer bei 11'100,23 Punkten. 18 der 20 SMI-Werte werden tiefer und zwei (Swisscom und Logitech) höher gestellt. Die Kursabschläge belaufen sich auf 0,4 Prozent (für Geberit) bis 1,1 Prozent (für UBS).
Leicht höher sind Swisscom (+0,2 Prozent). Laut einem Bericht von Bloomberg könnte der Telekomanbieter bereits Anfang des kommenden Jahres ein Angebot für das Italien-Geschäft von Vodafone abgeben. Er könnte dabei das Glasfasernetz seiner italienischen Tochter Fastweb mit dem italienischen Mobilfunkangebot von Vodafone kombinieren. Swisscom würde damit ein Gegenangebot zu der Anfang Woche bekannt gewordenen neuen Offerte der französischen Gesellschaft Iliad abgeben.
Schwächer sind dagegen Julius Bär (-1,5 Prozent). Moody's hat nach dem Bekanntwerden von hohen Krediten der Privatbank an die Signa-Gruppe das Rating auf «A3» von bisher «A2» und den Ausblick auf «negativ» von bisher «stabil» gesenkt.
Ansonsten sind Unternehmensnachrichten so kurz vor Weihnachten dünn gesät. Im Tagesverlauf dürften US-Konjunkturdaten in den Fokus rücken. Am Nachmittag werden die wöchentlichen Zahlen vom Arbeitsmarkt und Wachstumszahlen zum Sommerquartal erwartet. Ausserdem steht ein Frühindikator aus der Industrie auf dem Programm.
Impulse dürften bis dahin von Analystenkommentaren ausgehen. So hat Berenberg in einer Branchenstudie die Empfehlung für das Technologieunternehmen VAT (-1,0 Prozent) auf «Hold» von «Buy» gesenkt. Gleichzeitig hat der Broker das Kursziel für die Aktien von Inficon (+1,1 Prozent) erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt. Auch für den Schraubenhandelskonzern Bossard (+0,1 Prozent) hat Berenberg das Kursziel erhöht und dazu die Kaufempfehlung wiederholt.
UBS wiederum hat das Kursziel für Comet (+1,1 Prozent) angehoben und die Einstufung auf «Buy» belassen.
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(AWP)