Grundsätzlich sei die Stimmung an den Märkten weiter von Vorsicht geprägt, heisst es im Handel, wobei vor allem die Themen Künstliche Intelligenz, Zinsen und Nahost-Konflikt als Belastungsfaktoren gelten. «Die Börsen zweifeln dabei weniger am Potenzial von KI, sondern an den enormen Kosten ihrer Finanzierung», sagte ein Händler. Gleichzeitig würden steigende Zinsen und die Spannungen im Nahen Osten für Nervosität sorgen.

Diese Woche kommt noch ein weiteres Unsicherheitselement dazu. So wird die US-Notenbank Fed am Mittwochabend ihren nächsten Zinsentscheid bekannt geben, am Donnerstag folgt dann die EZB. Die meisten Marktteilnehmer rechnen sowohl beim Fed als auch bei der EZB vorerst mit unveränderten Leitzinsen. Wegen den ungünstigen Inflationsperspektiven halten sie das Risiko weiterer Zinserhöhungen allerdings für erheblich.

Defensiv hilft

Die Bank Julius Bär berechnet den SMI im vorbörslichen Handel um 08.15 Uhr 0,19 Prozent höher bei 14'490 Punkten, wobei 19 Titel höher und nur einer tiefer gestellt wird.

Die vielen Unsicherheitsfaktoren dürften dem hiesigen Markt mit seiner ausgesprochen defensiven Ausrichtung weiterhin tendenziell entgegenkommen. So hat der SMI bereits in den letzten drei Wochen davon profitiert. In der vergangenen Woche erzielte der Leitindex ein Plus von 0,5 Prozent, wobei die Ausschläge in beide Richtungen sehr hoch waren. Gesundheitswerte wie Galderma (+8,5 Prozent) oder Alcon (+5,8 Prozent) legten stark zu, während zyklische Titel wie ABB (-10,4 Prozent) oder Richemont (-8,3 Prozent) massiv abgestraft wurden.

Hierzulande geht die Berichtssaison weiter. Diese Woche werden mit Novartis (Dienstag), Logitech (Dienstagabend), UBS, Sandoz (je Mittwoch) und Amrize (Mittwochabend) wieder fünf SMI-Firmen über den Geschäftsgang für die Periode Juli bis September berichten.

Vorbörslich stark bewegen sich vor allem die beiden grossen Pharmawerte Roche (+1,6 Prozent) und Novartis (-1,9 Prozent) nach unterschiedlich bewerteten Studiendaten.

Auf Interesse dürften auch die Aktien der UBS (+0,1 Prozent) stossen. Am heutigen Montag wird die Wirtschafskommission des Nationalrats (WAK-N) ihre Beratungen über das Bankengesetz bzw. die notwenige Eigenkapitalausstattung starten. Letzte Woche haben die UBS-Titel über 3 Prozent nachgegeben.

Im breiten Markt dürften Idorsia (+5,1 Prozent) einen Blick wert sein. So will das Pharmaunternehmen sein Schlafmittel Quviviq künftig auch als mögliche Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen untersuchen.

Aryzta (+1,1 Prozent) hat derweil den Abbau von rund 600 Stellen in Deutschland bekannt gegeben.

uh/rw

(AWP)