Die KI-Euphorie erhielt über das Wochenende einen markanten Dämpfer. Er sei besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Anthropic-Chef Dario Amodei am Samstag. Er plädierte daher für eine Verlangsamung der KI-Entwicklung und erhielt Unterstützung von Sam Altman von OpenAI und Tech-Milliardär Elon Musk. Dabei stelle sich allerdings die Frage, wer bei einer solchen Tempodrosselung die inzwischen horrenden Kosten für die KI-Infrastruktur übernehmen solle, merken nun Beobachter an. An den techlastigen asiatischen Börsen ging es zum Teil klar bergab.

Der Ölpreis ist zudem in der Nacht auf Montag zeitweise auf knapp 108,50 US-Dollar für ein Fass der Sorte Brent gestiegen. Dafür sorgten zum einen der Ausfall einer wichtigen Pipeline in Saudi-Arabien infolge des Konflikts mit der Huthi-Miliz. Zudem wurde ein Aussenministertreffen der Staaten am Persischen Golf zum festgefahrenen Konflikt über die Strasse von Hormus kurzfristig abgesagt.

Die Investoren dürften sich aber auch wegen der anstehenden US-Zinsentscheidung zurückhalten. Aktuell erwartet der Markt mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 87 Prozent, dass die US-Notenbank Fed am Mittwoch die Zinsen anheben wird - trotz neuerlicher Drohungen von US-Präsident Donald Trump. Er will bei einer Zinsanhebung einen Handelsstopp mit bestimmten Ländern verfügen.

KI-Aktien unter Druck

Der SMI gibt gegen 08.10 Uhr im vorbörslichen Handel von Julius Bär um 0,22 Prozent auf 13'745 Punkte nach. Das Gros der Blue Chips gibt um 0,1 bis 0,2 Prozent nach.

Eine Ausnahme sind ABB (-0,7 Prozent), die wegen der Produkte für Rechenzentren zu den Schweizer «KI-Firmen» zählen. Am breiten Markt büssen mit Inficon, Comet, VAT und AMS-Osram weitere Vertreter der Tech-Branche um bis zu 2,9 Prozent ein.

Unter Druck sind vorbörslich ausserdem UBS (-1,1 Prozent). Händler erklären sich dies mit Medienberichten zur anstehenden Regulierung.

Für Bewegung sorgen vorbörslich auch Analystenkommentare, etwa jener von Goldman Sachs zu Straumann (+2,2 Prozent). Das US-Institut empfiehlt die Papiere des Dentalimplantatherstellers neuerdings zum Kauf. In der zweiten Reihe gibt es ausserdem einen positiven Kommentar zu Huber+Suhner (+0,9 Prozent).

rw/to

(AWP)