Vor Weihnachten werden zwar von den Währungshütern weltweit kaum Zinsschritte erwartet. Die Anleger bauen aber bereits auf sinkende Zinsen 2024. Dies ist auch der Hintergrund des SMI-Rally der letzten Wochen, welche den Leitindex vom Jahrestief (10'251 Pkte) auf das aktuelle Niveau von über 11'000 Stellen hievte. Letzte Woche ging es 1,7 Prozent aufwärts. Damit sei die Luft nun aber auch dünner geworden und das Potenzial für Enttäuschungen sei beträchtlich, meinen Marktteilnehmer. «Die Weichenstellung, ob 2023 ein positives oder negatives Börsenjahr wird, findet wohl diese Woche statt», fasst ein Börsianer zusammen.
Der von der Bank Julius Bär berechnete vorbörsliche SMI notiert gegen 08.15 Uhr 0,37 Prozent höher bei 11'112,24 Punkten.
Hauptverantwortlich für das Plus des Gesamtmarktes sind die schwergewichtigen Novartis, welche vorbörslich um 1,4 Prozent anziehen. Das Unternehmen wartete gleich mit mehreren Forschungserfolgen auf.
Roche (GS: +0,2 Prozent) hat ebenfalls positive Forschungsergebnisse veröffentlich, welche sich aber vorbörslich kaum auswirken. Marktteilnehmer verweisen in diesem Zusammenhang auf die Avancen von fast 6 Prozent der Roche-GS in der letzten Woche, während die Novartis-Aktie letzte Woche ein leichtes Minus verbuchte.
Positiv stechen neben Novartis im SMI einzig Sika (+0,7 Prozent) hervor. Händler verweisen auf einen positiven Analystenkommentar von Citigroup.
Die meisten SMI-Werte legen aber nur 0,1 bis 0,3 Prozent zu. Dazu zählen auch Nestlé (+0,2 Prozent), die damit kaum auf eine Neueinschätzung von Jefferies reagieren. Die Experten des Instituts haben das Rating auf 'Underperform' gesenkt.
Ein negatives Vorzeichen haben im SMI einzig Lonza (-1,3 Prozent auf 324,92 Fr.), nachdem RBC das Rating gleich auf 'Underperform' von 'Outperform' und das Kursziel auf 270 von 705 Franken gesenkt hat. Sein Vertrauen in den Konzern sei gleich aus mehreren Gründen erschüttert, so der zuständige Analyst.
Am breiten Markt fallen Cosmo (+5,2 Prozent) nach einer Forschungszusammenarbeit und Basilea (+3,2 Prozent) nach einer Zulassungserweiterung positiv auf.
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(AWP)