Höhere US-Inflationszahlen lasteten auf der Stimmung. Im Tagesverlauf stehen mit den US-Produzentenpreisen dann weitere Preisdaten aus den USA auf der Agenda. Wie bereits zur Wochenmitte gesehen, reagieren vor allem die konjunktursensiblen Papiere der Technologiebranche recht deutlich auf Preisdaten. Hierzulande könnten allerdings die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen des Halbleiterzulieferers VAT ein Gegengewicht bilden.

Die Bank Julius Bär berechnet den SMI vorbörslich gegen 8.05 Uhr mit -0,21 Prozent etwas tiefer bei 14'100 Punkten. Alle 20 Einzelwerte werden tiefer gestellt. Seit Freitag vergangener Woche ist der Index allerdings auch um knapp 3,7 Prozent gestiegen, so dass eine Konsolidierung durchaus gesund sein könnte, heisst es im Handel. Den SMIM-Index der mittelgrossen Werte taxiert Julius Bär um 0,19 Prozent tiefer.

Schwergewicht im Fokus

Vor allem die Anteilsscheine von Schwergewicht Nestlé (-0,2 Prozent) sollten Investoren im Blick behalten. Der Lebensmittelkonzern und seine US-Tochter Gerber sind in den USA verklagt worden. Der Generalstaatsanwalt von Texas wirft den Unternehmen vor, texanische Eltern über giftige Schwermetalle in Gerber-Babynahrung getäuscht zu haben. Derweil ist die Strafverfolgung von Nestlé Waters in der französischen Stadt Épinal ist eingestellt worden.

Die eigentliche Musik spielt aber in den nachgelagerten Reihen. So hat das SMIM-Mitglied VAT (+0,6 Prozent) im dritten Quartal 2026 einen Rekord beim Auftragseingang erzielt und gleichzeitig den Ausblick für 2027 angehoben. Die Prognosen für das laufende Jahr werden bestätigt.

Die Techwerte aus den hinteren Reihen wie AMS Osram, Inficon oder Comet lassen sich allerdings davon zunächst noch nicht mitreissen, wie die vorbörslichen Abschläge von bis zu 1,8 Prozent zeigen. Sie folgen damit den sehr schwachen Vorgaben aus den USA und Asien.

Zu den stärksten vorbörslichen Ausreissern zählen DocMorris (+6,0 Prozent) nach Zahlen. Die Online-Apotheke hat im dritten Quartal 2026 das Wachstum deutlich beschleunigt. Wichtigster Treiber war das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland. Zudem erreichte das Unternehmen früher als von Analysten erwartet die Gewinnschwelle beim bereinigten EBITDA und erhöhte die Jahresprognose.

hr/ra

(AWP)