Dem SMI kommen am heutigen Montag einmal mehr seine defensiven Qualitäten zugute. Er schneidet deutlich besser ab als zum Beispiel der deutsche Dax, der klar nachgibt.
Das Umfeld spricht denn auch nicht gerade für Investitionen in Aktien. So haben sich in den USA die Zinserwartungen nach der Rede des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh in Richtung baldige Zinserhöhung geändert, und im Nahen Osten ist wieder Kanonendonner zu hören.
Ölpreis leicht höher
Erstmals seit Ende Juli griffen die US-Streitkräfte Ziele im Iran am, und dieser reagierte mit Gegenschlägen. In der Folge stieg der Ölpreis an. Ein Fass der Sorte Brent kostet wieder etwas mehr als 91 US-Dollar.
Zudem wirke das Notenbanker-Treffen von Jackson Hole vom Freitag noch nach, meinen Händler. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh habe die Märkte auf eine steigende Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im September vorbereitet. «Wir waren bisher der Ansicht, dass eine Zinserhöhung vor den US-Zwischenwahlen unwahrscheinlich sei», meint stellvertretend Bank-Syz-Chefökonom Reto Cueni. Nun halte er einen Zinsschritt im September für wahrscheinlicher als die Beibehaltung des Status quo. Auch am Terminmarkt ist die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung inzwischen von klar unter 50 auf knapp 62 Prozent gestiegen.
Von den Unternehmen gibt es zum Wochenstart kaum News. Das wird sich am morgigen Dienstag ändern, wenn Swiss Life und Partners Group ihre Halbjahreszahlen vorlegen. Eher bedächtig geht es an der hiesigen Börse zum Wochenbeginn aber auch deshalb zu und her, weil das Finanzzentrum London als wichtiger Taktgeber wegen eines Feiertages ausfällt.
Geringe Kursveränderungen
Der SMI verliert um 11 Uhr 0,14 Prozent auf 14'379,89 Punkte. Er bewegt sich seit Handelsbeginn ohne klare Richtung innerhalb einer Bandbreite von lediglich gut 40 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM sinkt um 0,44 Prozent auf 3120,37 und der breite SPI um 0,18 Prozent auf 20'234,60 Punkte.
Die Ausschläge bei den SMI-Titeln sind sehr gering. Keiner der 20 Blue Chips weist aktuell eine Veränderung von mehr als 1 Prozent auf.
Gestützt wird der Gesamtmarkt von leicht zulegenden Novartis (+0,1 Prozent) und unveränderten Nestlé. Auch die defensiven Versicherungstitel und die Swisscom haben sich bei den Gewinnern eingereiht. Nicht ins Bild passen Roche, die um 0,5 Prozent nachgeben.
Von der Spitze bei den Blue Chips grüssen allerdings Kühne+Nagel (+0,7 Prozent), mit denen es seit einiger Zeit nach oben geht. Aktuell dürfte die Eskalation im Nahen Osten leichten Rückenwind geben.
Auf der anderen Seite geht es mit Holcim (-0,9 Prozent), Lonza (-0,9 Prozent) und ABB (-0,6 Prozent) am stärksten abwärts.
Unter Beobachtung sind die UBS-Papiere (-0,3 Prozent), da die zuständige Kommission des Ständerats über die künftige Regulierung entscheiden wird. Laut der Sonntagspresse zeichnet sich eine Verwässerung der bundesrätlichen Vorschläge ab. Am Freitag hatte die UBS-Aktie im Vorfeld ein neues Jahreshoch markiert. «Womöglich sickerten erste Verhandlungsergebnisse in den Handel», meinen Börsianer.
Auch am breiten Markt gibt es kaum News. Zahlen vorgelegt hat einzig die Immobilienfirma Varia US (-1,1 Prozent).
Deutlich abwärts geht es mit Accelleron (-4,0 Prozent), die zuletzt schon mit einem sehr volatilen Kursverlauf aufgefallen waren. Analystenkommentare, etwa zu Gurit (+4,2 Prozent), sorgen ausserdem für etwas Bewegung.
Die Flughafen-Zürich-Papiere können sich derweil etwas vom freitäglichen Kurssturz (-7,7 Prozent) nach der Vorlage der Zahlen erholen und ziehen nun um 0,7 Prozent an. Analysten sehen die Kursreaktion als übertrieben an. So findet etwa die Bank Vontobel verteidigende Worte und bestätigt trotz leicht reduziertem Kursziel die Kaufempfehlung
rw/ra
(AWP)
