Die Stimmung wird in Marktkreisen aber als weiterhin positiv umschrieben. Dank der relativen Entspannung im Nahen Osten in Kombination mit einer Kursstabilisierung bei Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz sei die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten zurückgekehrt, heisst es etwa in einer Lagebeurteilung der Zürcher Kantonalbank. So seien die globalen Aktienmärkte auf neue Höchststände geklettert, der Goldpreis kräftig gestiegen und die Angebotsrisikoprämie aus dem Ölpreis abgeflossen. Die Investoren könnte sich nun wieder auf zyklische und Wachstumswerte konzentrieren.
Ölpreis etwas höher zum Wochenstart
Die Ölpreise sind zum Wochenstart angesichts der weiterhin unklaren Lage im Nahen Osten zwar wieder über die Marke von 84 Dollar gestiegen, liegen damit aber weiterhin klar unter den Höchstwerten bei über 100 Dollar von noch vor gut zwei Wochen.
Der SMI gewinnt gegen 10.50 Uhr 0,09 Prozent auf 14'557,55 Punkte. Der breite SPI legt gleichzeitig noch minimer um 0,03 Prozent auf 20'515,71 Punkte zu, wogegen der Mid-Cap-Index SMIM 0,12 Prozent tiefer steht bei 3224,97 Punkten
Die starken Vorgaben insbesondere der Nasdaq vom Freitag helfen auch hierzulande den Techwerten. An der Spitze des SMI liegen derzeit Logitech (+2,3 Prozent), aus dem SLI legen auch VAT (+0,7 Prozent) etwas deutlicher zu und im breiten Markt als Profiteure des Rechenzentren-Boom geltende Werte wie Huber+Suhner (+2,3 Prozent), Accelleron (+1,6 Prozent) oder auch Comet (+1,0 Prozent) und Inficon (+1,2 Prozent).
Huber+Suhner und Accelleron befinden sich nach der kalten Dusche vom Frühsommer seit Ende Juli wieder in einem Aufwärtstrend. «Von der jüngsten Erholung der Techwerte in den USA profitieren nun auch diese beiden Titel», meint ein Händler.
Weitere Gewinner bei den Blue Chips sind Richemont (+1,5 Prozent), ABB (+1,0 Prozent) oder Holcim (+0,8 Prozent) und Amrize (+1,0 Prozent). Letztere machen damit indes nur einen geringen Teil der Verluste von über 8 Prozent vom Freitag im Anschluss an durchzogene Halbjahreszahlen wett. Zum Start in die neue Woche hat die Royal Bank of Canada das Rating für Amrize auf «Underperform» von «Sector Perform» gesenkt.
Das knappe Plus des SMI verdankt sich unter anderem auch den leichten Gewinnen von Roche (+0,4 Prozent), wogegen Novartis (-0,2 Prozent) und noch stärker Nestlé (-0,6 Prozent) nachgeben.
Wenig verändert zeigen sich Alcon (-0,1 Prozent) im Vorfeld der Halbjahreszahlen von heute Abende nach US-Börsenschluss
Am stärksten unter Druck stehen derzeit Partners Group (-0,9 Prozent), während UBS (-0,3 Prozent) moderat tiefer stehen. Nicht einmal eine Kurszielerhöhung von Goldman Sachs auf 47 Franken könne dem Titel Impulse verleihen, heisst es im Handel zur UBS-Aktie. Dies ist allerdings nicht allzu überraschend, könnten doch bald wieder Vorentscheide in Sachen Eigenkapital-Regulierung fallen. So wird der Ständerat bzw. seine vorbereitende Kommission (WAK-S) diese Woche wieder über das Thema beraten.
Im breiten Markt brechen Aryzta um knapp 13 Prozent ein. Der Backwarenkonzern hat mit den Halbjahreszahlen vor allem beim organischen Wachstum die Erwartungen klar verfehlt. Die Wachstumsflaute geht insbesondere auf das schwache Deutschland-Geschäft zurück.
cf/rw
(AWP)
