Dass die am Nachmittag erwarteten US-Konjunkturdaten dann den Markt noch einmal belebten, sei eher nicht zu erwarten, heisst es am Markt. Zwar werde mit dem PCE-Deflator das vom Fed stark beachtete Inflationsmass veröffentlicht. Diese könnt je nach dem die Marktstimmung noch beeinflussen. Zuletzt hätten die Marktteilnehmer mit eher schwachen Konjunkturdaten und unterschiedlich guten Prognosen von Firmen zurechtkommen müssen.
Der Leitindex SMI notiert um 11.25 Uhr um 0,11 Prozent tiefer auf 11'120,65 Punkten. Dabei hat sich der SMI in einer relativ engen Spanne von rund 50 Punkten bewegt und mehrfach das Vorzeichen gewechselt. Der SMI steuert erstmals nach fünf Wochen auf eine leicht negative Wochenbilanz zu.
Der 30 Titel umfassende SLI ermässigt sich um 0,15 Prozent auf 1775,18 und der breite SPI um 0,10 Prozent auf 14'542,64 Zähler. Im SLI stehen sich 12 Gewinner und 18 Verlierer gegenüber.
Stark unter Druck stehen Logitech (-2,7 Prozent). Grund dafür sind laut Händlern die chinesischen Aufsichtsbehörden, die neue Regeln im Zusammenhang mit Videospielen angekündigt haben. Damit versetzten sie dem Spielemarkt einen Schlag, heisst es. Darauf brachen auch die Aktien des niederländischen Gaming-Riesen Prosus um gegen einen Fünftel ein. Logitech stellt viele Produkte für den Gaming-Bereich her.
Mit VAT (-0,3 Prozent) und AMS Osram (-2,8 Prozent) neigen zwei Technologietitel gegen den eher freundlichen Branchentrend zur Schwäche. Denn dieser profitiert davon, dass der US-Halbleiterkonzern Micron am Vortag einen starken Ausblick abgegeben hat.
Dagegen zeigen sich die am breiten Markt gehandelten Inficon (+0,1 Prozent) und Comet (+1,0 Prozent) freundlich. Ihnen dürfte die Bank Vontobel helfen, die in einer Studie über Halbleiter die Kursziele für diese drei Werte erhöht hat. Dabei werden VAT und Comet zum Kauf empfohlen. Für Inficon lautet das Rating weiterhin «Hold». Dass VAT schwächer notieren, dürfte auch Gewinnmitnahmen geschuldet sein, hat der Titel doch 2023 rund zwei Drittel zugelegt.
Deutlich tiefer bewertet werden auch die beiden Luxusgüterwerte Richemont (-1,5 Prozent) und Swatch (-1,2 Prozent). Hier erwähnen Händler den US-Sportmodehersteller Nike als negatives Omen.
Dahinter folgen die Anteile von SIG (-0,8 Prozent), die ebenfalls weiter aus den Depots gekippt werden. Der Titel steht praktisch auf Jahrestief.
Weiter unter Abgaben leiden Julius Bär (-0,7 Prozent), denen die anhaltende Unsicherheit betreffend Signa-Pleite und deren Folgen zu schaffen macht. UBS (-0,4 Prozent) notieren ebenfalls tiefer.
Unter den Schwergewichten leiden Roche GS (-0,5 Prozent) weiter darunter, dass sie wegen ihrer schwachen Jahresperformance aus den Depots entfernt würden, heisst es am Markt. Dagegen tendieren Novartis und Nestlé (je +0,1 Prozent), das grösste SMI-Schwergewicht, etwas fester.
Den stärksten Gewinn verbuchen die Anteile von Lonza (+1,3 Prozent auf 350,90 Fr.). Sie setzten mit Unterstützung von Barclays zu einer Erholung an. Die britische Bank hat das Preisziel für den Titel des Pharmazulieferers auf 450 von 430 Franken angehoben und die Einstufung «Overweight» bestätigt.
Gesucht sind zudem kühne+Nagel (+1,0 Prozent). Sie zählen mit einem Kursgewinn von 35 Prozent zu den besten Schweier Bluechips 2023. Auch die Versicherungen Swiss Re (+0,2 Prozent), Swiss Life (+0,1 Prozent) und Zurich (+0,3 Prozent) sind unter den Gewinnern zu finden.
pre/kw
(AWP)