Gerade bei den Technologiewerten bleibt die Risikobereitschaft gering. Der Nasdaq 100 hatte sich am Vorabend nach den jüngsten Abgaben zwar etwas stabilisiert, in Asien gerieten die Kurse aber erneut deutlich unter Druck. Besonders schwach zeigte sich der von Samsung und SK Hynix geprägte südkoreanische Kospi. «Die positiven Impulse sind noch nicht zurück», heisst es bei Swissquote. Entscheidend sei zunehmend, wie viel frisches Geld von zahlenden Kunden tatsächlich in den KI-Kreislauf fliesse.

Auch von der Makroseite kommt Gegenwind. Brent kletterte zeitweise über 110 Dollar je Fass und damit auf den höchsten Stand seit Mai. Zugleich steigen die Renditen an den Anleihemärkten weiter, was die Bewertungen risikoreicher Anlagen zusätzlich belastet. Frankreich bleibt laut Marktbeobachtern wegen fiskalischer und politischer Risiken ein Brennpunkt.

Techschwäche hält an

Der SMI verliert gegen 11.00 Uhr 0,20 Prozent auf 14'340,57 Punkte. Mit elf Verlierern sind die Verlierer bei den Bluechips leicht in der Überzahl. Der Mid-Cap-Index SMIM büsst 0,68 Prozent auf 3120,96 Punkte ein, der breite SPI verliert 0,27 Prozent auf 20'216,49 Punkte. Die übrigen europäischen Börsen geben noch etwas deutlicher nach.

Unter den Bluechips geraten ABB (-5,3 Prozent) nach Quartalszahlen kräftig unter Druck. Zwar übertraf der Industriekonzern die Erwartungen und hob seine Ziele leicht an. Händler verweisen jedoch auf die schwache Stimmung im Sektor. Trotz des Rückschlags gehören die Titel im laufenden Jahr weiterhin zu den stärksten SMI-Werten.

Auch in den hinteren Reihen stehen vor allem Technologiewerte unter Druck. AMS Osram (-5,1 Prozent), VAT (-2,3 Prozent) und Inficon (-2,1 Prozent) geben deutlich nach. Dem Trend entziehen sich Comet (+3,3 Prozent) nach besser als erwarteten Zahlen und einer angehobenen Jahresprognose. Weiter geben auch andere Zykliker und Finanzwerte überdurchschnittlich nach. Holcim, Sika und Geberit dabei rund 1 Prozent, ebenso UBS und Partners Group und UBS.

Defensive Werte stützen

Auf der Gegenseite führen mit Alcon (+2,0 Prozent), Roche (+1,4 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent) gleich drei Titel aus dem Gesundheitssektor die Gewinner an. Auch Nestlé (+0,4 Prozent) tragen zur Stabilisierung bei. Bereits in der Vorwoche hatte der SMI dank seiner defensiven Schwergewichte deutlich besser abgeschnitten als viele andere Aktienmärkte.

Leicht fester notieren Richemont (+0,1 Prozent) und Swatch (+0,4 Prozent) nach den jüngsten Daten zu den Uhrenexporten. Die Schweizer Uhrenausfuhren beschleunigten sich im September auf ein Plus von 12 Prozent. Die vergleichsweise bessere Entwicklung preisgünstigerer Uhren dürfte dabei tendenziell eher Swatch als Richemont entgegenkommen, heisst es am Markt.

Berichtssaison liefert Impulse

Auch in den hinteren Reihen sorgen Unternehmenszahlen für Bewegung. Huber+Suhner (+2,6 Prozent) drehten nach einem schwachen Handelsstart klar ins Plus. Der Umsatz legte zu, während der Auftragseingang auf dem hohen Niveau der Vorjahresperiode verharrte. Beide Kennziffern lagen über den Erwartungen.

Kuros (+5,6 Prozent) profitieren derweil unter anderem von der Aufnahme in eine Favoritenliste von Berenberg. Also (-5,5 Prozent) geben dagegen einen grossen Teil der kräftigen Vortagesgewinne wieder ab.

In den kommenden Tagen dürfte die Berichtssaison zunehmend den Takt vorgeben. Einen ersten Höhepunkt erreicht sie am Donnerstag mit den Zahlen von Roche, Nestlé, Schindler, Galderma und Kühne+Nagel. Am Freitag folgen unter anderem Holcim und SGS. Starke Resultate könnten dabei helfen, die geopolitischen und makroökonomischen Belastungen zumindest zeitweise in den Hintergrund zu drängen, heisst es am Markt.

an/ra

(AWP)