So waren die Papiere des Elektroautobauers Tesla in der Spitze um bis zu zwölf Prozent bis auf 340,54 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte August abgesackt. Zuletzt stand noch ein Minus von elf Prozent zu Buche. Der Börsenwert fiel im bisherigen Jahresverlauf um fast ein Viertel auf rund 1,35 Billionen Dollar.
Für die Anteilsscheine des Weltraum- und KI-Unternehmens SpaceX ging es zuletzt um knapp 9 Prozent auf 124 Dollar nach unten. Damit nähert sich der Kurs dem Rekordtief von rund 105 Dollar im August. SpaceX war im Juni an Börse gebracht worden.
Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar je Aktie. Das Emissionsvolumen belief sich auf den Rekordwert von 75 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von knapp 1,8 Billionen Dollar. Derzeit liegt die Marktkapitalisierung bei rund 1,7 Billionen Dollar.
Mit dem Abschlag am Donnerstag zählten Tesla und SpaceX zu den schwächsten Werten im Tech-Index Nasdaq 100 , der zwischenzeitlich mit einem Minus von 6,4 Prozent unter den Sorgen um weniger rentable Geschäfte mit Künstlicher Intelligenz gelitten hatte. Zuletzt verlor das Börsenbarometer noch 5,2 Prozent.
Damit gerieten beide Aktien nun am Donnerstag noch stärker unter Druck als bereits zur Wochenmitte. Auslöser des Kursrutsches waren die Zwischenwahlen in den USA am Dienstag, die die Demokraten haushoch gewonnen hatten. Sie hatten die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses erobert.
Fast noch wichtiger sind jedoch die Erfolge der Demokraten auch auf den unteren Ebenen. So hat sich bei der Gouverneurswahl in Texas die 52-jährige Kandidatin der Demokraten, Gina Hinojosa, gegen den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott durchgesetzt - sie wird damit die erste Latina an der Spitze des südlichen Bundesstaats.
Texas galt bislang als Hochburg für die Republikaner von US-Präsident Donald Trump und deren konservative Werte, zu denen sich auch Musk bekannt hat. Zudem gilt der Tech-Milliardär als wichtiger Unterstützer der Republikaner. Insofern hat er mit der bei Tesla bereits vollzogenen und bei SpaceX angekündigten Verlagerung der Firmensitze von dem liberalen Kalifornien nach Texas auch ein politisches Statement setzen wollen.
Diese Wette auf bessere Rahmenbedingungen allerdings könnte nicht aufgehen, insbesondere was die Geschäfte mit Künstlicher Intelligenz betrifft. So hat die designierte texanische Gouverneurin Hinojosa bereits ein sofortiges Moratorium für den Bau von Rechenzentren gefordert, die auch von SpaceX gebaut und betrieben werden.
Kritiker der KI-Rechenzentren verweisen unter anderem auf den hohen Strombedarf der Rechenzentren, der auch die Energiepreise für die Bevölkerung in die Höhe treiben könnte. Hinzukommen Sorgen wegen Lärm, Luftverschmutzung und Wassermangel sowie die Befürchtung, dass durch die Rechenzentren nur wenige dauerhafte Jobs entstehen.
Regulatorischer Gegenwind könnte derweil für Musk auch von anderer Seite kommen. So wird befürchtet, dass die neuen Kräfteverhältnisse in den USA die geplante Fusion von Tesla und SpaceX erschweren könnten. Anleger hatten zuletzt auf einen Zusammenschluss der beiden Firmen gewettet und so die Kurse weiter angetrieben.
Gegen eine derartige Fusion gibt es unter anderem kartellrechtliche und vor allem nationale Sicherheitsbedenken, da Tesla stark vom China-Geschäft abhängt und sich SpaceX auch im hochsensiblen Rüstungssektor bewegt. Zudem werden Sorgen wegen Interessenskonflikten von Musk geltend gemacht.
Joe Gilbert, Portfoliomanager bei Integrity Asset Management, resümierte: «Tesla und SpaceX sind gerade so etwas wie ein 2-für-1-Sonderangebot, da der Markt versucht, das Risiko einer erheblichen Verlangsamung beim Ausbau von Rechenzentren neu zu bewerten.» Dabei sei die Marktdynamik eine mächtige Kraft, die in beide Richtungen wirke. Und «aktuell gibt es einen Ansturm auf die Ausgänge im Technologiesektor, bis wir eine Art Bodenbildung erkennen.»/la/tih/zb
(AWP)
