Bei der Elektrifizierung der Personenwagen sei die Schweiz von Rang 5 im Jahr 2019 auf Rang 13 Ende 2025 und zuletzt auf Rang 16 abgerutscht, erklärte der Chef des grössten Autoimporteurs der Schweiz mit Marken wie Volkswagen, Audi, ¦koda, Seat und Cupra.
Als Grund nennt Ruhl unter anderem widersprüchliche Rahmenbedingungen. Viele Menschen wohnten zur Miete oder im Stockwerkeigentum, hätten aber kein Recht auf eine Lademöglichkeit. Auch bei öffentlichen Parkplätzen fehle Ladeinfrastruktur.
Zudem setzten die Kantone bei den Motorfahrzeugsteuern unterschiedliche Anreize. Mancherorts koste ein elektrischer Mittelklasse-SUV jährlich bis zu 1000 Franken mehr Steuern als ein vergleichbarer Benziner. «Das kanns nicht sein.»
Zuletzt habe die Elektromobilität allerdings Fahrt aufgenommen, so Ruhl. Im laufenden Jahr entfalle ein Viertel der Neuzulassungen auf reine Elektroautos, im August seien es 30 Prozent und im September noch etwas mehr gewesen. Auch die hohen Treibstoffpreise sorgten laut Ruhl für zusätzliche Nachfrage.
Mit Blick auf die wachsende Konkurrenz aus China sieht Ruhl die europäischen Hersteller weiterhin gut aufgestellt. Laut einer Sotomo-Umfrage bevorzugten 84 Prozent der Schweizer auch bei Elektroautos deutsche Hersteller.
Europa muss laut Ruhl Klimaschutz und eine wettbewerbsfähige Autoindustrie zusammenbringen. Der Amag-Manager befürwortet dabei Zölle und Vorgaben zur lokalen Produktion als Reaktion auf ungleiche Wettbewerbsbedingungen mit China. «China hat vor Jahren selber mit Zöllen, Vor-Ort- und Joint-Venture-Zwang gearbeitet.» Europa solle das aber intelligent machen, ohne sich abzuschotten.
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(AWP)
