«Die Arbeitslosigkeit hat sich in der Schweiz weiter stabilisiert», sagte Jérôme Cosandey, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), am Dienstag bei der Vorlage des Arbeitsmarktberichts für September.

Signale der Stabilisierung

Seit April liegt die Arbeitslosenquote mit Ausnahme des Juni bei 3,0 Prozent. Die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldeten Personen sank gegenüber Ende August um 0,8 Prozent auf 140'480.

Cosandey wertete den Rückgang als gutes Zeichen für den Schweizer Arbeitsmarkt. Denn üblicherweise nehme die Arbeitslosigkeit ab Herbst bis in den Winter saisonbedingt zu. «Um von einer Trendwende oder einer Erholung zu sprechen, ist es aber zu früh.»

In den vergangenen Jahren war die Arbeitslosenquote von einem sehr tiefen Niveau aus gestiegen. Zum Vergleich: Im September 2024 lag sie bei 2,4 Prozent und vor Jahresfrist bei 2,8 Prozent. Im Jahresmittel 2025 betrug sie ebenfalls 2,8 Prozent.

Auch die Prognosen der Seco-Ökonomen deuten auf eine Stabilisierung hin. Sie rechnen für 2026 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent. Für 2027 erwarten sie einen leichten Rückgang auf 3,0 Prozent.

Weniger Kurzarbeit

Entspannung zeigt sich auch bei der Kurzarbeit. Firmen können in wirtschaftlich schwierigen Phasen beim Bund Kurzarbeitsentschädigungen beantragen. Damit sollen Arbeitsplätze erhalten und Entlassungen vermieden werden.

Die vom Seco mit Verzögerung ausgewiesenen Zahlen zeigen einen weiteren Rückgang. Im Juni waren noch 8339 Personen von Kurzarbeit betroffen. Das waren 84 weniger als im Mai und knapp 5000 weniger als im Januar.

Entspannung in MEM- und Uhrenindustrie

Auch die Voranmeldungen für Kurzarbeit seien bis September deutlich zurückgegangen, sagte Cosandey. Hauptgrund dafür seien die nachlassenden Zollsorgen der Unternehmen, nachdem die Schweiz mit der US-Regierung eine Vereinbarung abgeschlossen habe.

Mehr als 80 Prozent der Firmen, die Kurzarbeit beanspruchen, stammen laut Cosandey aus der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) sowie der Uhrenindustrie. Der Rückgang sei breit abgestützt. Zugleich gebe es keine Hinweise darauf, dass die Arbeitslosigkeit in den betroffenen Branchen deswegen gestiegen sei.

Arbeitslosenversicherung schreibt Verlust

Das Seco informierte am Dienstag zudem über die finanzielle Lage der Arbeitslosenversicherung (ALV). Diese schrieb 2025 einen Verlust von 249 Millionen Franken. Gründe dafür waren laut Seco die gestiegene Arbeitslosigkeit und gekürzte Bundesbeiträge.

mk/to

(AWP)