Die UBS publiziert am Mittwoch, 28. Oktober, das Geschäftsergebnis zum dritten Quartal 2026. Zum AWP-Konsens haben insgesamt sieben Analysten beigetragen.

Q3 2026E
(in Mio USD)              AWP-Konsens     Q3 2025A  

Geschäftsertrag               13'178       12'760    
Geschäftsertrag adj.          12'955       12'199     
Gewinn vor Steuern              3583         2828    
Gewinn vor Steuern adj.         3755         3590      
Konzernergebnis                 2760         2481     

Was ist von den Ergebnissen zu erwarten?

Die Grossbank dürfte das Vorjahresergebnis erneut übertroffen und Ertrag sowie Gewinn gesteigert haben. Beim Kerngeschäft - der Vermögensverwaltung - rechnen Analysten mit einer höheren Kundenaktivität und höheren Gebühreneinnahmen angesichts des Anstiegs der verwalteten Vermögen. Auch für das Investment Banking zeigen sich die Marktbeobachter zuversichtlich und rechnen mit soliden Ergebnissen, wenn auch nicht ganz so stark wie in den beiden Vorquartalen. Einige grosse US-Banken, die bereits Zahlen vorgelegt haben, profitierten im dritten Quartal insbesondere von einem boomenden Aktienhandel, in dem die UBS auch stark vertreten ist.

Für die operative Performance stehen insbesondere die bereinigten Zahlen im Vordergrund. Die Analysten gehen von verschiedenen relativ hohen Sonderfaktoren aus, etwa durch die Beilegung von Rechtsfällen (Greensill-Fonds der früheren CS) oder durch Einmalkosten bei der Unternehmensfinanzierung.

Wo steht die Kapitaldiskussion?

Investoren und Analysten erhoffen sich auch dieses Mal wieder Aussagen darüber, wie die UBS die zu erwartenden regulatorischen Auswirkungen abfedern könnte. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) berät diese Woche das Bankengesetz. Das dürfte eine grössere Sache werden: Angehört werden UBS-Chef Sergio Ermotti, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, SNB-Präsident Martin Schlegel und Finma-VRP Marlene Amstad. Die Kommission wird dem Nationalrat voraussichtlich erst nach ihrer nächsten Sitzung am 23. und 24. November einen Antrag unterbreiten. Ab Ende November beginnt dann die Wintersession des Parlaments.

Zuvor hatte der Ständerat vor gut einem Monat strengere Eigenmittel-Regeln für systemrelevante Grossbanken beschlossen: Die UBS müsste Auslandstöchter künftig mit 90 Prozent hartem Kernkapital (CET1) unterlegen. Dieser Entscheid war etwas überraschend, da die Ständeratskommission (WAK-S) eine Unterlegung der UBS-Auslandstöchter zu 50 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) und zu 50 Prozent mit AT1-Anleihen vorgeschlagen hatte.

Der Bundesrat hatte im Nachgang des CS-Debakels eine vollständige CET1-Unterlegung vorgeschlagen (100 Prozent). Aktuell gilt: 45 Prozent CET1 plus 17 Prozent AT1. Da der Nationalrat als weniger bankenfreundlich als der Ständerat gilt, wird am Markt kaum mit einer Abmilderung der aktuellen Ständeratsvorlage mit 90 Prozent Unterlegung gerechnet.

Die UBS hat den Bundesratsvorschlag wiederholt als «extrem» kritisiert. Seit dem Ständeratsentscheid haben sich auch die Wegzuggerüchte oder Übernahmetheorien aus dem Ausland gehäuft: So schrieb etwa «Wall Street Journal» unter Berufung auf Insider über «Notfallpläne» zur Sitzverlagerung der Schweizer Bank, sollte es zu deutlich schärferen Eigenmittelvorgaben kommen. Die UBS habe zudem bereits Anfragen potenzieller US-Geschäftspartner zu möglichen Transaktionen erhalten.

Was bedeutet das für die Kapitalrückführung?

Das UBS-Management hat in Aussicht gestellt, mit der Publikation der Zahlen zum dritten Quartal Ende Oktober auch ein Update zum Zeitplan der weiteren Aktienrückkäufe zu geben. Derzeit setzt die Bank ihre Aktienrückkäufe zwar fort, allerdings unter Vorbehalt beim Tempo. Die Bank hatte Ende Juli ein neues Programm über 3 Milliarden US-Dollar bis Mitte 2027 angekündigt. Im Rahmen dessen wollte die UBS in drei Monaten Aktien im Wert von mindestens 1 Milliarde zurückkaufen, wie es damals hiess. Dieses Ziel hat sie bereits übertroffen: Bis zum 23. Oktober 2026 kaufte die UBS Aktien im Wert von rund 1,45 Milliarden Dollar zurück.

Wie schnell die restlichen Aktienrückkäufe hinzukommen, hängt derweil vom Marktumfeld, den weiteren Finanzergebnissen, der Aufrechterhaltung einer Kapitalquote von rund 14 Prozent sowie den weiteren Entwicklungen in der Schweizer Kapitaldebatte ab.

Wo steht die CS-Integration?

Die CS-Integration befindet sich im Endspurt und sollte bis Ende des Jahres weitgehend abgeschlossen sein. Daher dürften sich die Analysten insbesondere auch für Aussagen zur Erreichung der Ziele bis Ende 2026 interessieren.

Bis Ende Juni hatte die UBS Kosteneinsparungen in Höhe von 12,6 Milliarden Dollar erreicht - bei einem Zielwert von 13,5 Milliarden (im Vergleich zur Kostenbasis 2022). Die Zahl der bei der Bank direkt angestellten Mitarbeitenden fiel mit 99'085 Vollzeitstellen unter die Marke von 100'000, nachdem es per Ende März 101'594 Stellen gewesen waren. Mit dem Stellenabbau dürfte es auch im dritten Quartal noch weitergegangen sein.

Welche Ziele hat das Management ausgegeben?

Die UBS hatte Ende August 2023 Mittelfristziele bis Ende 2026 kommuniziert und diese im Februar 2024 teils angepasst. Sie lauten wie folgt:

. Bereinigte Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1): ~15 Prozent
. Bereinigte Cost/Income-Ratio: <70 Prozent 
. Brutto-Kosteneinsparungen: ~13,5 Mrd USD im Vergleich zu 2022

Angestrebte Kapitalquoten während der Integration bis 2026:

. Kapitalquoten:
- Harte CET1-Kernkapitalquote ~14 Prozent
- CET1 Leverage Ratio von >4,0 Prozent

«Langfristambitionen» bis Ende 2028:

. Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1): ~18 Prozent
. Cost/Income-Ratio: ~67 Prozent

Was macht die Aktie?

Die UBS-Aktie notiert aktuell bei 38,48 Franken (Stand Montag, 11.35 Uhr). Nach einem bereits sehr starken Jahr 2025 stieg sie 2026 - bis auf einen Taucher im März im Zuge des Beginns des Irankriegs - bis zum 8. September auf ein Mehrjahreshoch bei 45,04 Franken - so teuer war sie seit der grossen Finanzkrise nicht mehr. Seither ist sie also wieder rund 15 Prozent zurückgekommen, steht 2026 insgesamt aber immer noch rund 4 Prozent im Plus. Gemäss AWP-Analyser bewerten Analysten den Titel folgendermassen:

Homepage: www.ubs.com

an/ys/uh

(AWP)