Der Automobilzulieferer Trèves beschäftigt rund 4600 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 720 Millionen Euro, wie Autoneum am Montag mitteilte. Zum Vergleich: Autoneum erzielte 2025 einen Umsatz von knapp 2,3 Milliarden Franken. Kombiniert sollte der Umsatz im Geschäftsjahr 2026 auf über 2,9 Milliarden zu liegen kommen. Angaben zur Rentabilität der gekauften Firma wurden nicht gemacht.

Die Trèves Group betreibt 26 Produktionsstandorte in 15 Ländern und beliefert eine breite Palette globaler Automobilhersteller.

Der Kaufpreis für das französische Unternehmen beläuft sich auf maximal 64 Millionen Euro. Davon sollen 40 Millionen als Sofortzahlung bei Abschluss der Transaktion geleistet werden. Diese Zahlung setzt sich aus neu ausgegebenen Autoneum-Aktien sowie rund 7,5 Millionen Euro in bar zusammen. Die restlichen 24 Millionen sind an verschiedene operative Ziele geknüpft. Zur Finanzierung des laufenden Geschäfts von Trèves wird zudem eine neue Kreditfazilität von 200 Millionen Franken aufgenommen.

Standorte sollen optimiert werden

Autoneum verspricht sich jährliche Synergien von mehr als 50 Millionen Franken ab 2029, hauptsächlich durch Standortoptimierungen, Einsparungen bei Verwaltungskosten und im Einkauf. Die Restrukturierungskosten werden auf rund 60 Millionen Franken in den Jahren 2027 und 2028 geschätzt. Ab 2028 soll die Transaktion gewinnsteigernd wirken.

Trèves stellt wie Autoneum Teile der Innenausstattung von Autos her, unter anderem zur thermischen und akustischen Isolation. Autoneum sieht durch den Zukauf das eigene Produkt-Portfolio sowie das Netzwerk an Produktionsstätten ergänzt. Gleichzeitig ergäben sich dadurch Gelegenheiten zur Optimierung, etwa bei den betrieblichen Abläufen oder beim Einkauf.

Mit Blick auf die Verschuldung der Trèves Group liegt diese bei Abschluss der Transaktion, welche früh im ersten Quartal 2027 erwartet wird, bei zwei Mal die Höhe des operativen Gewinns (EBITDA). Mittelfristig soll sie auf 1,5 Mal zurückgehen.

Autoneum bestätigt vorerst seine mittelfristigen Rentabilitätsziele. Nach Abschluss der Transaktion sollen die Mittelfristziele neu beurteilt werden.

cf/rw

(AWP)