Der Umsatz sank infolge negativer Währungseffekte um 2,7 Prozent auf 6,44 Milliarden Franken. Organisch legte das Geschäft um 3,7 Prozent zu, wie Avolta am Donnerstag mitteilte. Im zweiten Quartal verlangsamte sich das organische Wachstum auf 2,9 von 4,7 Prozent im ersten Quartal. Damit blieb Avolta klar unter der mittelfristigen Zielspanne von 5 bis 7 Prozent.
Der Kern-EBITDA sank um 4,7 Prozent auf 583 Millionen Franken. Die entsprechende Marge ging auf 9,1 von 9,3 Prozent zurück. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 201 Millionen 11 Prozent weniger als im Vorjahr.
Iran-Krieg belastet Wachstum und Marge
Nach Angaben des Managements belastete der Iran-Krieg vor allem die Geschäfte im Nahen Osten sowie den Flugverkehr von und in die Region. Zusammen mit den Anlaufkosten der neuen Standorte am Flughafen Shanghai Pudong und am New Yorker Flughafen JFK schmälerten diese Faktoren die Profitabilität um rund 40 Basispunkte.
«Die Belastungen sind vorübergehender Natur», so Finanzchef Yves Gerster im Gespräch mit AWP. Ohne den Nahost-Konflikt hätte Avolta im ersten Halbjahr ein organisches Wachstum von 5,2 Prozent erzielt und damit bereits wieder innerhalb der angestrebten Bandbreite gelegen.
Um Profitabilität und freien Cashflow zu schützen, hat Avolta zusätzliche Sparmassnahmen eingeleitet. Dazu gehören der Abbau von Überstunden, ein verstärkter Ferienbezug sowie die Verschiebung einzelner Projekte.
Management bleibt optimistisch
An der Zielspanne eines organischen Wachstums von 5 bis 7 Prozent hält Avolta dennoch fest. Diese gelte nicht für einzelne Quartale oder Geschäftsjahre, sondern über einen mehrjährigen Zeitraum, betonte Gerster. Bereits im Juli habe sich das Wachstum mit 4,1 Prozent wieder beschleunigt. Ohne den Nahost-Konflikt hätte es 4,8 Prozent erreicht.
Zudem sieht sich Avolta gut aufgestellt, um von den langfristigen Aussichten für die Branche zu profitieren. Bis 2048 dürfte sich die Zahl der Flugpassagiere weltweit auf 19 Milliarden pro Jahr nahezu verdoppeln. Und Avolta geht weiter davon aus, den neuen Duty-Free-Standort am Flughafen Shanghai Pudong noch 2026 vollständig in Betrieb zu nehmen.
Die Mittelfristziele bestätigte das Unternehmen: Bis 2027 wird ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 5 bis 7 Prozent und eine Verbesserung der Kern-EBITDA-Marge um 20 bis 40 Basispunkte pro Jahr angepeilt.
Zahlen im Rahmen der Erwartungen
Die Halbjahreszahlen fielen beim organischen Wachstum und der Kern-EBITDA-Marge weitgehend wie erwartet aus. Positiv hoben Analysten die bestätigten Mittelfristziele sowie die Beschleunigung des organischen Wachstums im Juli hervor.
Die Avolta-Aktie notiert am Donnerstag in einem seitwärts tendierenden Gesamtmarkt gegen 14.15 Uhr 1,0 Prozent höher bei 49,92 Franken.
jl/mk
(AWP)
