Noch deutlicher fiel das Wachstum beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus - es legte um knapp 52 Prozent auf 125,8 Millionen Euro zu. Die Ende Juni übernommene britische Telegraph Media Group ist in den Halbjahreszahlen noch nicht berücksichtigt.
Trotz der positiven Entwicklung mahnt Döpfner zur Vorsicht. «Aber die Herausforderungen der Zukunft sind die beste Versicherung gegen Zufriedenheit.» Springer bleibe bei aller Freude vorsichtig und achte weiterhin streng auf Kostendisziplin. Zuletzt hatte der Konzern Personaleinsparungen bei der Premium-Gruppe («Welt», «Politico Deutschland») angekündigt.
«Telegraph» soll in den USA wachsen
Bereits 2025 hatte Axel Springer nach Unternehmensangaben einen Pro-forma-Umsatz von 2,2 Milliarden Euro erzielt, ein Plus von 0,2 Prozent. Das bereinigte Ebit stieg damals um 29,4 Prozent auf 241,4 Millionen Euro.
Seit Ende Juni gehört auch die britische Telegraph Media Group zu Springer. Springer will die Zeitung auch ausserhalb Grossbritanniens stärker wachsen lassen. Das Profil des «Telegraph» beschreibt Döpfner als «Center-Right, liberal-konservativ».
Vor allem in den USA sieht er dafür Potenzial. Dieses Profil sei dort im Moment eher unterversorgt. «Ein grosser Teil der Medien ist eher auf dem linken Teil des Spektrums zu finden, der andere auf dem sehr rechten. Dazwischen ist wenig», sagte er.
Springer wolle mit dem «Telegraph» das politische und gesellschaftliche Zentrum ansprechen. Dieses finde sich sowohl im moderaten Teil der Demokraten als auch im moderaten Teil der Republikaner. «Beide Parteien driften im Moment ein bisschen an die Ränder. Wir sprechen zur Mitte.»/svv/DP/zb
(AWP)
