Insgesamt verkaufte Barry Callebaut 2,11 Millionen Tonnen Schokolade und Kakaoprodukte, 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach mehr als zwei Jahren mit rückläufigen Mengen war im dritten Quartal aber die Rückkehr zum Wachstum gelungen. Im vierten Quartal setzte sich dieses mit 5,7 Prozent fort.

Besonders kräftig erholte sich das Geschäft mit hochwertiger Schokolade für Konditoreien, Bäckereien und die Gastronomie. Nach Preissenkungen legte das sogenannte Gourmetgeschäft im Schlussquartal um 13,6 Prozent zu. Auch die Nachfrage nach Kakaoprodukten zog an. Für zusätzlichen Schub sorgten die Lieferungen an Glacé-Hersteller, die laut Konzernchef Hein Schumacher vom heissen Sommer profitierten.

Gewinn unter Druck

Beim Umsatz und Gewinn hinterliess die Kakaopreiskrise dagegen weiterhin Spuren. Der Umsatz sank um 17,6 Prozent auf 12,19 Milliarden Franken. Hauptgrund waren die gesunkenen Kakaopreise, die Barry Callebaut weitgehend an seine Kunden weitergibt.

Der wiederkehrende Betriebsgewinn (EBIT) fiel um 15,6 Prozent auf 594 Millionen Franken. Belastend wirkten vor allem ungünstige Kakaopositionen im Gourmetgeschäft, zusätzliche Kosten wegen Lieferproblemen sowie geringere an Kunden weiterverrechnete Finanzierungskosten. Unter dem Strich sank der Reingewinn um 16,3 Prozent auf 157,7 Millionen Franken. Die Dividende soll aber bei 29 Franken je Aktie bleiben.

Immerhin konnte Barry Callebaut seine Schulden deutlich reduzieren. Dank tieferer Kakaopreise und eines geringeren Kapitalbedarfs für Lagerbestände erwirtschaftete der Konzern einen freien Geldzufluss von rund 2 Milliarden Franken. Die Nettoverschuldung sank von 4,3 auf knapp 2,5 Milliarden Franken.

Konzernchef sieht Fortschritte

Konzernchef Hein Schumacher sieht das Unternehmen nach der Absatzwende auf Kurs. «Wir gewinnen wieder Marktanteile», sagte der seit Januar amtierende Manager an einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die zehn im Rahmen der neuen Strategie ausgewählten Schwerpunktmärkte hätten im zweiten Halbjahr ein Absatzwachstum von 7 Prozent erzielt.

Allerdings müsse sich die Erholung erst noch stärker im Gewinn niederschlagen. Schumacher will deshalb die Produktivität erhöhen und sich stärker auf margenreiche Geschäfte konzentrieren. Dazu gehört auch die Straffung des Produktionsnetzes. Zwei Werke in den USA und Grossbritannien sollen geschlossen werden. Einen Stellenabbau schloss Schumacher nicht aus.

Aktie legte deutlich zu

Für 2026/27 erwartet Barry Callebaut ein Absatzwachstum von lediglich 1 bis 3 Prozent und einen Anstieg des bereinigten Betriebsgewinns von 3 bis 5 Prozent in Lokalwährungen. Der Gewinn vor Steuern soll dank tieferer Finanzierungskosten dagegen um rund 30 Prozent steigen.

Gebremst wird das Wachstum unter anderem durch das Auslaufen des jahrelangen Liefervertrags mit dem US-Schokoladenhersteller Hershey. Dies dürfte den Konzernabsatz um rund einen Prozentpunkt belasten. «Es wird keine entsprechenden Auswirkungen auf die Profitabilität geben», versicherte Schumacher.

Die Analysten beurteilten die Jahreszahlen insgesamt als solide. Positiv hervorgehoben wurden die Absatzerholung und der Schuldenabbau. Der vorsichtige Ausblick und der Hershey-Vertrag sorgten dagegen für hochgezogene Augenbrauen. An der Börse waren die Aktien gesucht. Sie legten am Morgen zeitweise um über 5 Prozent zu.

to/hr

(AWP)