Den Menschen in der Schweiz stehe eine breite Palette von pluridisziplinären Leistungen von hoher Qualität zur Verfügung, sagte Baume-Schneider am Dienstag in Bern vor den Medien. Die Zahl der medizinischen Behandlungen pro Patient sei seit gut zehn Jahren im Steigen. Das sei der Hauptgrund für den Prämienanstieg.
Patientinnen und Patienten profitierten von einem ausgeweiteten Leistungskatalog. Dass die Krankenkassen mehr Therapien finanzierten, führe zu zusätzlichen Kosten, sagte Baume-Schneider.
Doch es gebe auch unbeabsichtigte Kosten. Einer der Gründe dafür seien private Spitex-Organisationen, die pflegende Angehörige einstellten und die Krankenkassen respektive Kantone und Gemeinden dafür bezahlen liessen. Der Bundesrat wolle Anfang Jahr Massnahmen vorlegen, um diese Fehlanreize zu beseitigen.
Auch im neuen Tarifsystem würden Lücken ausgenutzt, stellte Baume-Schneider fest. Es komme vor, dass Ärztinnen und Ärzte Patienten zwei Mal aufbieten würden, um doppelt abrechnen zu können. «Ich erwarte von den Tarifpartnern, dass sie das rasch korrigieren.»
Kritisiert wird von ihr zudem, dass Arztpraxen, Spitäler und Apotheken Vorteile beim Einkauf von Medikamenten trotz gesetzlicher Verpflichtung nicht immer an Krankenkassen weitergeben. «Zum Schaden der Prämienzahlenden», sagte die Gesundheitsministerin. Die Nicht-Weitergabe der Rabatte hatte die Eidgenössische Finanzkontrolle vor Kurzem in einem Prüfbericht gerügt.
Neue Lösungen erwartet Baume-Schneider auch von den regelmässig an Rundtischgesprächen versammelten Akteuren des Gesundheitswesens. Das von einer sozialen Versicherung finanzierte Gesundheitswesen sei nicht der Ort, um Gewinne zu maximieren.
(AWP)
