Schnegg wird im Dezember 64 Jahre alt. Er stammt aus dem Berner Jura, ist frankophon, spricht aber gut Deutsch.

Er sei «von verschiedenen Leuten» angefragt worden, ob er nicht kandidieren möchte, sagte Schnegg gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF. Nach langen Diskussionen, unter anderem mit seiner Familie, habe er sich dazu entschieden, sich zur Verfügung zu stellen.

Als ehemaliger Unternehmer und langjähriges Regierungsmitglied bringe er sowohl Führungserfahrung als auch Exekutiverfahrung mit, sagte Schnegg weiter. Er sei bereit zu entscheiden, diese Entscheidungen zu tragen und Verantwortung zu übernehmen.

Würde Schnegg gewählt, würden mit ihm und Albert Rösti zwei Mitglieder derselben Kantonalpartei der Landesregierung angehören. Er glaube nicht, dass zwei Bundesräte aus einem Kanton einer zu viel seien, sagte er im Radio SRF weiter. Das habe es auch schon gegeben. Zudem sei er ein Romand und überzeugt, dass die Romandie im Bundesrat weiterhin mit zwei Personen vertreten sein müsse.

Schnegg für Berner SVP «ideale Ergänzung»

Die Partei bezeichnete Schnegg in ihrer Mitteilung als «erfahrenen frankophonen Westschweizer Exekutivpolitiker». Schnegg habe sich als bestens organisierter Macher mit hoher Führungskompetenz einen Namen gemacht. Die SVP Kanton Bern ist zudem davon überzeugt, dass die Romandie im Bundesrat stark vertreten sein sollte, wie sie weiter schrieb.

Die Kandidatur Schneggs ergänze das Kandidierendenfeld ideal und schaffe die beste Ausgangslage für die Wahl eines französischsprechenden Bundesratsmitglieds am 9. Dezember, so die Partei weiter. Der ehemalige Unternehmer habe in seiner zehnjährigen Tätigkeit als Regierungsrat seine Qualifikationen auch in schwierigen Zeiten eindrücklich bewiesen. Die Meldung zur Kandidatur wurde am Donnerstag bei der SVP Schweiz eingereicht.

Während der Pandemie wurde Schnegg bekannt

Pierre Alain Schnegg sicherte sich 2016 in einer Ersatzwahl den verfassungsmässig garantierten Jura-Sitz in der Berner Kantonsregierung. Seither ist der Regierungsrat wieder bürgerlich dominiert.

Die Wiederwahl schaffte Schnegg in den Jahren 2018, 2022 und 2026 problemlos. Er steht der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion vor. Landesweit bekannt wurde er durch sein entschlossenes Auftreten während der Corona-Pandemie.

Die Linke warf ihm wiederholt einen harten Kurs in sozialpolitischen Fragen vor. Der Slogan «Schnegg muss weg» verfing aber nie. Die linken Gegenkandidaten im Kampf um den Jura-Sitz blieben stets chancenlos.

Vor seiner Wahl zum Regierungsrat war Schnegg Unternehmer: Von 1987 bis 2014 war er Mitbegründer und CEO eines Informatikunternehmens, das Unternehmenssoftware entwickelte und vertrieb. Ausgebildet ist er als Kaufmann und Wirtschaftsinformatiker.

mk/

(AWP)